Kolumbien und FARC erzielten Teilerfolg in Friedensgesprächen 

17. Mai 2014, 09:27
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Einigung über Kampf gegen den Drogenhandel - Noch drei von insgesamt sechs Verhandlungspunkten offen

Die kolumbianische Regierung führt seit November 2012 unter der Schirmherrschaft Kubas und Norwegens Friedensgespräche mit einer Delegation der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC). Ein erster Teilerfolg wurde im Mai 2013 erzielt, als sich beide Seiten auf eine Landreform einigten. Im November wurde eine Übereinkunft über die künftige politische Teilhabe der FARC-Mitglieder erzielt.

Opferentschädigung und Entwaffnung

Künftig soll es in den Gesprächen noch um die Entschädigung der Opfer und die Entwaffnung der Rebellen gehen. Außerdem müssen beide noch Seiten noch klären, ob ein möglicher Friedensvertrag dem Volk zur Abstimmung vorgelegt wird.

Am Freitag wurde eine "Lösung für das Problem der illegalen Drogen" gefunden, wie Benítez vor Journalisten sagte. FARC und die kolumbianische Regierung vereinbarten demnach, den illegalen Drogenanbau durch den Anbau alternativer Feldfrüchte zu bekämpfen.

Nach Angaben des norwegischen Diplomaten Dag Nylander vereinbarten beide Seiten, dass die kolumbianische Regierung eine internationale Konferenz zum Drogenhandel unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen einberufen soll. Außerdem solle ein Konzept zur Bekämpfung der Korruption im Zusammenhang mit Drogen erarbeitet werden, sagte Nylander.

Die 1964 gegründete FARC ist Kolumbiens größte Guerilla-Organisation. Im Konflikt mit Regierungstruppen und Paramilitärs wurden in den vergangenen fünf Jahrzehnten hunderttausende Menschen getötet. Neben der FARC und einer weiteren linken Rebellengruppe sind rechte Paramilitärs und kriminelle Banden in den Konflikt verwickelt. Alle Gruppen sind direkt oder indirekt im Drogenhandel engagiert.

Regierung lehnt Waffenstillstand ab

Die kolumbianische Regierung lehnt einen Waffenstillstand während der Verhandlungen ab und geht weiter gewaltsam gegen die Guerillagruppe vor. Am Freitag verkündeten die FARC und die ebenfalls marxistische Rebellenorganisation ELN jedoch eine einseitige Waffenruhe rund um die Präsidentschaftswahl am 25. Mai. Die einseitige Waffenruhe sei ein "Zeichen des guten Willens" und ein "Hoffnungsschimmer für einen bilateralen Waffenstillstand", sagte FARC-Vertreter Pablo Catatumbo in Havanna. Die Waffenruhe tritt demnach am 20. Mai in Kraft und endet am 28. Mai.

Bei den Wahlen galt Amtsinhaber Juan Manuel Santos, der die Friedensgespräche mit der FARC veranlasst hatte, lange als Favorit. Aktuelle Umfragen gehen jedoch davon aus, dass sein rechter Rivale Oscar Ivan Zuluaga den Urnengang in der zweiten Runde am 15. Juni knapp gewinnen könnte. Letzterer hat für den Fall seines Sieges bereits angekündigt, die Gespräche mit der FARC beenden zu wollen. (APA, 17.5.2014)

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