17. Mai: Wiener HOSI lässt Ballons steigen 

16. Mai 2014, 16:04
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Motto des heurigen "Rainbowflashs" nimmt Anleihen bei Conchita Wurst - Forderungen zur Bekämpfung von Diskriminierung

Wien - Die Wiener Homosexuelleninitiative HOSI veranstaltet am Samstag einen "Rainbowflash". Als Zeichen gegen Homo- und Transphobie sollen dabei - wie schon im Vorjahr - Hunderte mit Helium gefüllte Ballons in den Himmel steigen. Das Motto der heurigen Aktion haben sich die VeranstalterInnen naheliegend von Song-Contest-Queen Conchita Wurst ausgeborgt: "Rise Like A Phoenix".

Anlass für das Event, dass zwischen 16.00 und 18.00 Uhr am Morzinplatz nahe dem Schwedenplatz stattfindet, ist der Internationale Tag gegen Trans- und Homophobie, der am 17. Mai gefeiert wird. Dieser erinnert daran, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 1990 beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel zu streichen. Damit galt gleichgeschlechtliche Liebe nicht mehr als Krankheit. Trotzdem würden Lesben, Schwule, aber auch Inter- und Transsexuelle noch heute oft mit Diskriminierung konfrontiert, sagte HOSI-Obmann Christian Högl am Freitag in einer Aussendung.

"Konkrete Schritte zur Gleichberechtigung"

Im Vorjahr kamen gut 200 Leute zum "Rainbowflash". Für heuer hofft Högl, "dass sich durch die Conchita-Wurst-Geschichte vielleicht noch ein paar mehr motivieren lassen".

Anlässlich des Tags gegen Homophobie haben sich in Aussendungen am Freitag außerdem zahlreiche Organisationen mit Forderungen zur Bekämpfung von Diskriminierung von Homosexuellen zu Wort gemeldet. So sprach sich der Verein "Familien andersrum Österreich" dafür aus, das Thema "Familienvielfalt und Regenbogenfamilien" bundesweit verpflichtend in die Ausbildung aller Kindergarten- und Volksschulpädagogen aufzunehmen. Die Organisation Austrain Gay Professionals (AGPRO) forderte "konkrete Schritte zur Gleichberechtigung Homosexueller statt Lippenbekenntnisse", so müssten etwa der Ehebegriff und das Adoptionsrecht auch für Partnerschaften von Homosexuellen gelten.

Kein unbürokratischer Geschlechtseintrag möglich

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) kritisierte, dass es an Hochschulen in Österreich nach wie vor nicht möglich sei, unbürokratisch Geschlechtseintrag und Vornamen ändern zu lassen. Frauen- und Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) verkündete, dass das erste offizielle Treffen des Rainbow Cities Netzwerks, das sich vergangenes Jahr gegründet hat, um Strategien zur Bekämpfung von Homophobie und Transphobie zu erarbeiten, im Herbst 2014 in Wien abgehalten werde. (APA, 16.5.2014)

  • Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Trans- und Homophobie.
    foto: ap/lefteris pitarakis

    Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Trans- und Homophobie.

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