US-Journalistin Barbara Walters nimmt ihren Abschied

15. Mai 2014, 14:04
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Will vor allem als "Türöffnerin" für Frauen in Erinnerung bleiben

New York - Sie interviewte alle US-Präsidenten seit Richard Nixon sowie die berühmteste Praktikantin im Weißen Haus, Monica Lewinsky: Nach einer beeindruckenden Reihe von Gesprächspartnern und rund fünf Jahrzehnten am Fernsehschirm beendet die US-Journalistin Barbara Walters ihre Karriere. Am Freitag ist die 84-Jährige zum letzten Mal in ihrer täglichen Talkshow "The View" auf dem Sender ABC zu sehen.

Ihr TV-Debüt hatte Walters Anfang der 1960er-Jahre in der Morgensendung "Today Show" auf dem Sender NBC, wo sie Frauenthemen und bisweilen das Wetter präsentierte. Zuvor hatte sie bereits als Produzentin und Autorin beim Fernsehen gearbeitet und in der damals noch völlig von Männern dominierten Branche eine steile Karriere gemacht. Sie wurde Co-Moderatorin der "Today Show", als erste Frau überhaupt in der US-Fernsehlandschaft erfüllte sie damit diese Position.

Exklusivinterview mit Monica Lewinsky

Ihre höchste Einschaltquote hatte Walters, als sie 1999 ein Exklusivinterview mit Monica Lewinsky führte. In den USA sahen 74 Millionen Zuschauer, wie sie die frühere Praktikantin befragte, deren Affäre mit Bill Clinton den US-Präsidenten fast den Job gekostet hätte.

1997 startete ihre Nachmittagssendung "The View". Dort hielt sie eine vor allem weiblich besetzte Gesprächsrunde ab, die sich mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen befasst.

Walters selbst will nach eigenen Worten vor allem als Türöffnerin für Frauen in Erinnerung bleiben. "Die Leute fragen mich oft nach meinem Vermächtnis, und das sind nicht die ganzen Interviews mit den Präsidenten", sagte sie. Stattdessen hoffe sie, "eine kleine Rolle dabei gespielt zu haben, den Weg für so viele wunderbare Frauen geebnet zu haben". (APA/red, dieStandard.at, 15.5.2014)

  • Barbara Walters zu Gast in New York bei einem Cocktail-Empfang zu ihren Ehren.
    foto: reuters/carlo allegri

    Barbara Walters zu Gast in New York bei einem Cocktail-Empfang zu ihren Ehren.

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