Ärger um homophobe Äußerungen des Salzburger Weihbischof

6. Mai 2014, 16:31
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Andreas Laun unterstellt höhere Wahrscheinlichkeit von Missbrauch - HOSI fordert Konsequenzen

Wien - Für Aufregung und Ärger sorgt die jüngste "Klartext"-Kolumne des Salzburger Weihbischof Andreas Laun auf dem Portal kath.net. Unter dem Titel "Kinder- und Frauenfeindlich: Google, ÖBB und Homo-Adoption" heißt es dort zum Adoptionsrecht für Homosexuelle: "Zweitens ist zu bedenken, dass homosexuell lebende Paare der Entwicklung des Kindes nicht nur nicht ebenso gerecht werden können wie ein Ehepaar, sondern auch: Die Gefahr des Missbrauchs ist bei homosexuellen Menschen höher als bei Heterosexuellen (Vgl Dariusz Oko)."

Im Versuch, zu relativieren, geht es weiter: "Wenn die homosexuelle Neigung eine 'Unordnung' im Bereich der Sexualität ist, ist zu erwarten, dass sich diese auch in einer anderen Richtung manifestieren kann, nicht muss, aber eben kann! Das ist kein pauschales moralisches Urteil über alle Homosexuelle, sondern sagt nur etwas aus über Versuchbarkeit, Gefährdungen und die Wahrscheinlichkeit eines Missbrauchs!"

Laun ist bekannt für seinen Einsatz gegen die Fristenlösung, auch hat er bereits ausdrücklich vor einer "Homosexualisierung der Gesellschaft" gewarnt und Parallelen zwischen dem Islam und der "homosexuellen Ideologie" gezogen.

Aussagen wissenschaftlich nicht haltbar

Von einer Treibjagd auf Homosexuelle spricht die HOSI (Homosexuelle Initiative) Salzburg in einer Aussendung. "Die Aussagen von Weihbischof Laun sind gefährlich und können zu psychischen wie auch physischen Schäden bei LGBTI-Personen führen. Wir wissen wovon wir sprechen, denn wir arbeiten seit mehr als 30 Jahren mit Betroffenen und Expert*innen zusammen“ erklärt deren Sprecher Gernot Marx.

„Wissenschaftlich sind seine Aussagen nicht haltbar. Für mich bewegt sich das auch nicht mehr auf der Ebene einer Geisteshaltung, es wirkt eher wie der krankhafte Versuch, homophobes Gedankengut in der Gesellschaft zu legitimieren“, so Marx weiter.

Klarstellung gefordert

Man schätze die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der katholischen Kirche und Erzdiözese Salzburg sehr, fordert jedoch ausdrücklich Konsequenzen." Neben eine Klarstellung möchte die HOSI auch, dass sich das "Förderwesen auf kommunaler, Länder-, Bundes- und EU-Ebene endlich mit Anti-Diskriminierung" auseinandersetze.

„Das Salzburger Gleichbehandlungsgesetz schließt Diskriminierungen eindeutig aus. Die Politik muss sich aber fragen, welche Konsequenzen ein solches Verhalten nach sich zieht. Wir fordern daher ganz klar Sanktionen im Förderwesen bei solchen massiven Verstößen gegen die Menschenrechte“, so Marx. (hein, dieStandard.at, 6.5.2014)

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