Journalistin startete Kampagne gegen Sexismus

8. April 2014, 10:09
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Welle der Unterstützung in sozialen Netzwerken - Auch von Präsidentin Rousseff   

Brasilia/Wien - Eine brasilianische Journalistin hat in sozialen Netzwerken eine Kampagne gegen Sexismus, Vergewaltigungen und sexualisierte Gewalt gestartet. Sie reagierte laut dem auf Lateinamerika spezialisierten Internet-Portal "amerika21.de" auf eine Studie, nach der 65 Prozent der BrasilianerInnen der Aussage teilweise oder ganz zustimmen, "dass Frauen, die Haut zeigen, es verdient haben, angegriffen zu werden".

Gegenüber der Tageszeitung Folha de Sao Paulo machte das zuständige Statistikinstitut IPEA zwar später einen Rückzieher und erklärte, dass Fehler bei der Auswertung der Umfrage gemacht wurden. Der neuen Auswertung zufolge stimmten nur 26 Prozent der Aussage zu, "dass Frauen die Haut zeigen verdient haben angegriffen zu werden", während 70 Prozent dies angeblich ablehnen würden. Die Empörung war aber bereits groß und die Kampagne unter dem Motto "Ich verdiene es nicht, vergewaltigt zu werden" am Laufen.

Tausende schlossen sich Kampagne an

Wie "amerika21.de" am Montagabend berichtete, zeigt die vom Statistikinstitut IPEA veröffentlichte Studie, an der 3.800 Menschen im ganzen Land teilnahmen, aber auch auf, dass mehr als die Hälfte der Befragten die Aussage bejahen, "dass es weniger Vergewaltigungen gäbe, wenn sich Frauen besser benehmen würden."

Tausende schlossen sich in den ersten Tagen der Kampagne der Journalistin Nana Queiroz bei Facebook, Twitter und Instagram an. Hunderte Frauen und Männer veröffentlichten Fotos mit dem Leitspruch der Kampagne. Auch Präsidentin Dilma Rousseff drückte ihre Solidarität aus. "Die Regierung ist auf der Seite von Nana Queiroz, allen bedrohten Frauen und Opfern der Gewalt", schrieb Rousseff am Montag auf ihrem Twitter Profil.

Hunderte Drohungen

Queiroz zeigte sich zufrieden über die Reaktion der Präsidentin: "Ich bin froh, dass sich die Präsidentin für das Thema einsetzt. Nun hoffe ich jedoch, dass sich ihre Unterstützung auch in konkreten Aktionen widerspiegelt." Währenddessen erhielt die Journalistin laut "amerika21.de" über das Internet hunderte Drohungen, vor allem von Männern.

Am kommenden Samstag wird im Regierungsviertel der Hauptstadt Brasilia eine von der Kampagne organisierte Demonstration gegen Gewalt an Frauen und Sexismus stattfinden. In Brasilien findet vom 12. Juni bis 13. Juli die Fußball-WM-Endrunde statt. Dabei wird in den Spielorten auch mit einem Ansteigen der Prostitution gerechnet. (APA/red, 8.4.2014)

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