ORF-Publikumsrat wieder ohne Frauen-Vertreterin 

26. März 2014, 10:13
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Frauenring empört über "Ignoranz"

Wien - Der Frauenring, Österreichs größte Frauendachorganisation, zeigt sich in einer Aussendung empört darüber, bei der Bewerbung um einen Sitz im ORF Publikumsrat ignoriert worden zu sein. Seit 2007 bemühe man sich vergeblich um einen Sitz im Publikumsrat, die Bewerbung sei abermals ignoriert worden. Ältere Menschen, heißt es in der Aussendung weiter, seine ebenso repräsentiert wie Familien oder Kraftfahrer. Lediglich eine Vertretung von Fraueninteressen sei nicht vorgesehen.

Frauen keine spezifische Gruppe im ORF-Gesetz

Das ORF-Gesetz nennt Frauen nicht als spezifische Gruppe, die im Publikumsrat vertreten sein muss, eine entsprechende Auslegung wäre laut Frauenring jedoch durchaus möglich gewesen. Immerhin wären in allen explizit genannten Gruppen Frauen zu finden, deren Interessen der Frauenring vertritt.

"Sowohl Josef Ostermayer als auch Frauenministerin Heinisch-Hosek haben sich der Vertretung von Fraueninteressen im Publikums- und Stiftungsrat gegenüber seit jeher aufgeschlossen gezeigt", sagt Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Kein Verständnis für frauenpolitische Anliegen

"Trotz Unterstützung seitens der Frauenministerin wurde der Frauenring nun aber wieder ignoriert. Herr Minister Ostermayer hat offenbar kein Verständnis für frauenpolitische Anliegen", so Pölzlbauer.

Gerade da Frauen in sämtlichen ORF-Diskussionsformaten unterrepräsentiert und frauenpolitische Inhalte sehr spärlich gesät seien, bräuchte es dringend eine feministische Stimme im Publikumsrat. "Diese Entscheidung zeigt, welchen Stellenwert Frauenanliegen im ORF haben", so Pölzlbauer. (red, dieStandard.at, 26.3.2014)

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