Alice Nkom mit Amnesty-Menschenrechtspreis geehrt

19. März 2014, 09:34
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Rechtsanwältin setzt sich in Kamerun für die Rechte von Lesben und Schwulen ein

Berlin - Für ihren Einsatz für Homosexuelle ist die Kamerunerin Alice Nkom mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty International Deutschland geehrt worden. Die Anwältin (69) nahm den Preis Dienstagabend im Maxim-Gorki-Theater Berlin entgegen. Die deutsche ai-Sektion würdigte ihren Einsatz für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle (LGBTI), die in Kamerun strafrechtlich verfolgt werden.

"Alice Nkom engagiert sich mit Kraft, Klugheit und Sinn für Humor für Menschen, die anders lieben und leben wollen", sagte Selmin Caliskan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, die den Preis verlieh. Nkom sagte in ihrer Dankesrede, der Preis erfülle sie "mit Freude, Stolz und Hoffnung". "Ich teile ihn nicht nur mit den Menschen in Kamerun, für die ich mich einsetze, sondern mit all jenen weltweit, die die Menschenrechte verteidigen."  

"Vorbild für Menschenrechtsverteidiger

Nkom gründete 2003 ADEFHO, die erste Nichtregierungsorganisation Kameruns, die sich für den Schutz und die Rechte von LGBTI einsetzt. ADEFHO bietet medizinische Behandlung, psychologische Beratung, sexuelle Aufklärung, Mediation, Sicherheitstrainings und Rechtsberatung an. Seit 2006 verteidigt Nkom Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität vor Gericht stehen. Deswegen erhält die Rechtsanwältin immer wieder Todesdrohungen.

Der internationale Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty, nannte Nkom ein "Vorbild für Menschenrechtsverteidiger weltweit". "Wir brauchen Frauen und Männer wie sie, die sich mutig und unerschrocken vor Ort für die Rechte ihrer Mitmenschen einsetzen, Verbrechen aufdecken und dafür kämpfen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden."

Kritik an Kameruns Regierung 

Nkom hatte der Regierung in Kamerun in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP vergangene Woche eine "Anti-Schwulen-Apartheid" vorgeworfen. In Kamerun ist Homosexualität verboten und kann mit fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet die deutsche Sektion von Amnesty International Persönlichkeiten und Organisationen aus, die sich unter schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen. Der Preis, der in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben wurde, ist mit 10.000 Euro dotiert. (APA, 19.3.2014) 

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