Helfer von Dignidad-Gründer Schäfer in Chile angeklagt

7. Mai 2005, 10:34
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Auch Adoptivtochter darunter

Santiago de Chile - Die chilenische Justiz hat fünf enge Mitarbeiter des Gründers der berüchtigten Deutschen-Siedlung "Colonia Dignidad", Paul Schäfer, wegen Strafvereitelung angeklagt. Es handele sich um Schäfers Adoptivtochter Rebeca del Carmen Schäfer, seine Vertrauten Peter Schmidt und Felipe Zeitner, die Krankenschwester Renata Freitag und den Leibwächter Matías Gerlach, berichteten chilenische Medien am Donnerstag.

Schäfer steht in Chile wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und Beteiligung an Verbrechen der Pinochet-Diktatur (1973-1990) unter Anklage. Alle Helfer bis auf Zeitner waren zusammen mit Schäfer am 10. März in der Nähe der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires festgenommen worden. Da jedoch keine Haftbefehle vorlagen, wurden sie damals wieder frei gelassen. Schäfer war jahrelang auf der Flucht gewesen und bestreitet die Vorwürfe.

Der frühere Jugendpfleger hatte die "Colonia Dignidad" mit etwa 300 deutschen Einwanderern 1961 gegründet. Schon seit Ende der 60-er Jahre hatte es Hinweise auf den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Schäfer gegeben. Während der Diktatur habe die Enklave dann als Folterzentrum gedient, sagten Opfer.

Nach der Rückkehr zur Demokratie nahm Chiles Justiz Ermittlungen auf und Schäfer tauchte 1996 unter. Die argentinische Polizei hatte ihn vor drei Wochen bei Buenos Aires aufgespürt. Kurz darauf war er nach Chile abgeschoben worden. (APA/dpa)

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