Umstrittenes Waffengeschäft: Zapatero und Chavez rücken zusammen

24. Mai 2005, 11:32
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Rüstungsgüter sollen "Kampf gegen Drogenhandel" dienen - Kritik aus den USA

Caracas - Spanien und Venezuela sind bei einem Besuch von Ministerpräsident Jose Luis Rodríguez Zapatero im südamerikanischen Land enger zusammengerückt. Zapatero und der umstrittene linksnationalistische Präsident Hugo Chavez unterzeichneten am Mittwoch (Ortszeit) mehrere Abkommen über wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit. Außerdem wurde ein Rüstungsgeschäft besiegelt, das zuvor von den USA kritisiert worden war.

Beide Regierungschefs erklärten, die Schiffe und Flugzeuge sollten nicht kriegerischen Zwecken dienen, sondern im Kampf gegen Drogenhandel und organisiertes Verbrechen eingesetzt werden. Spanien wird dem Öl-Land Venezuela für rund 800 Millionen Euro unter anderem acht Korvetten und Patrouillenboote sowie zehn Transportflugzeuge verkaufen.

Zapatero versicherte, die spanische Kooperation ziele auf eine Stärkung der Demokratie und des Rechtsstaates, auf die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und die Bekämpfung der Armut. Chavez betonte seinerseits, das "globale Abkommen" und die "strategische Allianz" mit Spanien würden vom Kampf um mehr soziale Gerechtigkeit und Freiheit bestimmt. Das sei vor allem in einer Zeit, in der "eine neue geopolitische Weltkarte geboren" werde, von besonderer Bedeutung.

Auf einem Gipfeltreffen im venezolanischen Ciudad Guayana hatten sich am Dienstag Zapatero, Chavez und die Präsidenten von Brasilien (Luiz Inacio "Lula" da Silva) und Kolumbien (Alvaro Uribe) für engere Beziehungen zwischen Europa und Südamerika ausgesprochen. (APA/dpa)

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