Zeitgeschichte vor der eigenen Tür

1. April 2005, 16:07
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Barbara Kintaert wollte halt wissen, was nach dem "Anschluss" in ihrem Haus geschehen ist, und begann zu recherchieren...

Natürlich kann man sich auf "amtliches" Gedenken beschränken. Aber Barbara Kintaert wollte halt wissen, was nach dem "Anschluss" in ihrem Haus geschehen ist. Und begann mit ihrem Mann Peter Koppe und ihren Nachbarn Alix Paulus und Martin Kneip zu recherchieren:

Schließlich waren nach 1938 14 der 28 Mietparteien der Servitengasse 6 verschwunden. Unterstützt von der Historikerin Birgit Johler wurden so die Geschichten von 26 jüdischen Opfern der NS-Mordmaschine nachgezeichnet - eine Tafel am Haus soll an sie erinnern. Darum baten die Haus-Historiker am Dienstag zum Charityabend ins Jüdische Museum. Das war aber erst der Anfang: Als Nächstes soll die Geschichte der ganzen Gasse unter die Lupe genommen werden. Auch wenn das manchem Nachbarn nicht angenehm ist. (Info: servitengasse1938@gmx.at)

(DER STANDARD Printausgabe 31.3.2005)

  • Nachbarn auf der Suche nach den dunklen Flecken in der Geschichte "ihres" Hauses: Kneip, Paulus, Johler, Koppe und Kintaert (von links)
    foto: rottenberg

    Nachbarn auf der Suche nach den dunklen Flecken in der Geschichte "ihres" Hauses: Kneip, Paulus, Johler, Koppe und Kintaert (von links)

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