Sommer auf der Haut

14. Oktober 2005, 15:25
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Blumenwiese und Sonnenschein: "SummerbyKenzo" ist der Prototyp des perfekten Sommerdufts

In der Wiese sprießen die Blümchen, die Vögel zwitschern, der Himmel ist blau: Solch ein sommerliches Sehnsuchtsszenario kann es unter Umständen auch mitten im Winter geben. Zum Beispiel in einem altehrwürdigen Pariser Palais, in dem Kenzo seinen neuesten Duft präsentierte. Und wenn die Blumenwiese auch aus Plastik ist, der Vogelgesang vom Band und der blaue Himmel vom Diaprojektor kommt: Man weiß plötzlich, dass der nächste Sommer ganz bestimmt kommt.

Dafür sorgt "SummerbyKenzo" selbst: ein angenehm anheimelndes Eau de Parfum, im ersten Moment sehr frisch, mit Bergamotte und Zedrat, das sich mit den Zutaten Mimose, Veilchen und Mandelmilch sanft und strahlend entwickelt und mit etwas Moschus, Ambra und Zedernholz zusätzlich an Wärme gewinnt. Das Endresultat ist eine sinnlich-dezente Mixtur, eine Symbiose aus Blumen - und eben Sommersonne.

Die Werbesujets zeigen eine Wiese, wie wir sie uns im Winter erträumen, die gelben Blumen - so genannte Kronwicken - zieren den schön reduziert gehaltenen Verpackungskarton. Der Flakon - erhältlich in drei Größen - kommt flach wie ein Blatt daher, transparent-golden, mit zarter gelber Signatur.

Kreiert hat den Duft der große Alberto Morillas, renommierter Parfumeur aus dem Hause Firmenich, der auf eine ganze Reihe höchst erfolgreicher Düfte verweisen kann, zum Beispiel "Sensi" für Giorgio Armani, "Truth" und - gemeinsam mit Harry Fremont - "cK one" für Calvin Klein, Chic" und "212" für Carolina Herrera, "Miracle" für Lancome, "M 7" für Yves Saint Laurent und "Le Baiser du Dragon" für Cartier. Für Kenzo hat Morillas zuvor auch schon "FlowerbyKenzo" gemixt. Die Geschichte der Kenzo-Parfums begann 1987 mit "KenzodeKenzo", einem blumig-fruchtigen Damenparfum, es folgten u. a. "Parfum d'Eté" (1992), "L'Eau par Kenzo" (1996), FlowerbyKenzo" (2000) und "KenzoAir" (2004).

"SummerbyKenzo" hat - wie eigentlich alles an Mode, Parfums oder Pflege, das unter dem Namen Kenzo firmiert - einen engen Bezug zur Natur. 1994 ließ man den Pariser Pont-Neuf mit Blumen üppig dekorieren, in den vergangenen Jahren schmückte man prominente Plätze in großen Städten mit unzähligen Mohnblumen. "Mode ist für ihn eine Pflanze, die gedeiht", schreibt Ginette Sainderichin über den in Japan geborenen Modeschöpfer Kenzo, der 1970 seine erste Modeschau in Paris zeigte. Heute designt längst ein anderer die Kenzo-Kollektionen, derzeit ist es der begabte Antonio Marras, das Unternehmen gehört zum Luxuskonzern LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy). Und doch ist der "Kenzo-Spirit" erhalten geblieben, die gekonnte Übersetzung japanischer Ästhetik für den westlichen Geschmack, der bisweilen wild-bunte Exotik-Ethno-Mix, die Hingabe an die Natur und die Schönheit und vor allem die große Freude am spielerischen Umgang mit Mode. (Margit Wiener, DER STANDARD, rondo/01/04/2005)

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