Streit um Studierendenzahlen zwischen ÖH und Ministerium

4. Mai 2005, 14:06
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ÖH wirft Ministerium "Falschspielerei" vor: Zahlen zur Berechnung der Mandate falsch - Ministerium sieht keinen Grund, von Verordnung abzuweichen - Mit Verordnung zum Download

Wien - Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) und das Bildungsministerium streiten um die Verordnung über die diesjährigen ÖH-Wahlen (31. Mai bis 2. Juni). Konkret geht es um die Studierendenzahlen an den einzelnen Universitäten, die dafür ausschlaggebend sind, wie viele Mandatare eine Uni in die ÖH-Bundesvertretung entsenden kann. Die Studierendenvertreter werfen dem Ministerium "Falschspielerei" vor, weil es "ungeniert falsche Zahlen" angebe. Im Ressort selbst sieht man "keinen Grund, von der Verordnung abzuweichen".

In der neuen Wahlordnung ist vorgesehen, dass eine Uni grundsätzlich pro 5.000 Studenten einen Mandatar oder eine Mandatarin in das bundesweite Studierendenparlament entsenden kann. Wie viele es tatsächlich sind, wurde in einer Verordnung des Bildungsministeriums festgelegt, die in der Vorwoche in Kraft getreten ist. Nach Ansicht der ÖH führen die in der Verordnung fixierten Studentenzahlen "in mindestens drei Fällen zur einer falschen Mandatsentsendung". So werde an der Uni Wien und der Uni Klagenfurt je ein Mandat "unterschlagen", die Pädagogische Akademie (Pädak) des Bundes Salzburg sollte umgekehrt eigentlich kein Mandat erhalten.

Ministerium sieht keine Veranlassung für Änderung

Im Bildungsministerium sieht man keine Veranlassung, von den in der Verordnung genannten Zahlen abzuweichen. Einerseits hänge die Zahl der Studierenden vom Tag der Erhebung ab, das Ressort selbst habe dafür den Stichtag 26. Jänner genommen. Außerdem verweist man bei den Unis Wien und Klagenfurt auf "Mitbeleger", also Studenten anderer Unis, die an diesen beiden Hochschulen nur einzelne Lehrveranstaltungen besuchen, aber nicht in die Zahl der Studierenden eingerechnet würden. Dies könnte beispielsweise bei Lehrveranstaltungen der Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Uni Klagenfurt der Fall sein, deren Einrichtungen vorwiegend in Wien angesiedelt seien. Weitere Diskrepanzen könnten sich an der Uni Wien auch durch das mit der Technischen Universität (TU) Wien eingerichtete Studium "Wirtschaftsinformatik" ergeben, dessen Studierende nicht zwei Mal, sondern nur an der TU gezählt würden, heißt es seitens des Ministeriums.

Bei der Pädak des Bundes in Salzburg müssten wiederum nicht nur jene Studenten, die ein Erststudium belegen, eingerechnet werden, sondern auch jene, die ein weiterführendes Studium - etwa für ein weiteres Unterrichtsfach oder für die Lehrbefähigung für einen neuen Schulzweig - absolvieren. (APA)

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    Wie viele Studierende sind es nun? Das Ministerium hält an seiner Zählung fest, die ÖH wirft dem Ministerium "Falschspielerei" vor.

  • Die Verordnung zu den Wahlterminen und Fristen als pdf-Datei.

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  • Die Verordung über die Studierenden­zahlen als pdf-Datei.

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