Sanftmut und Wanderlust

30. März 2005, 11:54
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Event: Fährtensuchen und Charakterstudien

Linz/Wien – Das Stifter-Jahr kumuliert in einer Vielzahl von Veranstaltungen, denen etwas von dem in der Vorrede zu den Bunten Steinen proklamierten "sanften Gesetz" eignet: Die meisten während des Jahres anberaumten Ereignisse, deren natürlicher Ausgangspunkt Linz ist, gewähren Beispiele der Einfühlung wie des verständnisvollen Lebensnachvollzugs.

So laden Wanderausstellungen zur Begehung von typisch Stifter'schen Naturwanderwegen – von Konvent Plasy (Tschechien) bis nach Deutschland hinüber: Künstlersymposien feiern die Herrlichkeiten des "Böhmerwaldes".

Unter dem Titel Stifter Reden referieren Autoren wie Jiri Grusa, Peter Rosei, Barbara Frischmuth oder Thomas Macho aus persönlicher Warte über Aspekte des Lebenswerks: etwa im Linzer Stifterhaus. "Naturgemäß", wie etwa der Stifter-Verächter Thomas Bernhard angemerkt hätte. Der Meierhof Schlägl bereitet ebenso eine ab Mai laufende Stifter-Ausstellung vor wie das idyllische Traunkirchen.

Bereits am Donnerstag, 31.3., geöffnet wird die Ausstellung Diamantwerdung in "thecrystalweb", Neubaugasse 10/ 15, 1070 Wien. Als Edelstein des Anstoßes dient die Stifter- Erzählung Bergkristall. Der Regisseur und Autor Kurt Palm, notorisch beschlagen als Historiograf von Stifters schreckenserregenden Essgewohnheiten, referiert ab 19:30 Uhr zum bezeichnenden Stifter-Ausspruch "Ich gebe den Schmerz nicht her". Und dann dauert es noch immer knapp sechs Monate bis zum Geburtstag am 23. Oktober. (poh/DER STANDARD, Printausgabe, 30.03.2005)

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    foto: önb
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