Renate Kaufmann: "Der sozialste aller Bezirke"

17. Mai 2005, 10:17
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Die Mariahilfer Bezirksvorsteherin im derStandard.at- Interview über Stärken und Probleme ihres Bezirks.

derStandard.at hat vor kurzem seine Wien-Berichterstattung um Bezirksseiten erweitert. In einer E-Mail-Interviewserie stellen wir aus diesem Anlass die BezirksvorsteherInnen der einzelnen Bezirke vor. Den Anfang macht Renate Kaufmann (SPÖ), die seit 2001 an der Spitze von Wien-Mariahilf steht.

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derStandard.at: Was zeichnet Ihren Bezirk aus?

Kaufmann: Mariahilf ist der sozialste aller 23 Bezirke. Eine große Anzahl von Beratungs- und Betreuungseinrichtungen helfen Menschen in allen Lebenslagen. Kultur, Weltoffenheit und Toleranz prägen das Bild. Wir sind Gender-Mainstreaming-Musterbezirk und können auf viele positiv erfolgte Lösungen verweisen.

derStandard.at: Ihr Lieblingsplatz im Bezirk?

Kaufmann: Der Naschmarkt/Flohmarkt.

derStandard.at: Was sind die größten Probleme in Ihrem Bezirk?

Kaufmann: Grünraummangel und Verkehrsbelastung.

derStandard.at: Welche Faktoren sind für die wirtschaftliche Entwicklung im Bezirk entscheidend?

Kaufmann: Viele kleine Dienstleistungsbetriebe, Kulturinstitutionen und eine sich immer mehr entwickelnde Gastroszene im Bezirksinneren, sowie die bestgehendste Einkaufsstraße, die Mariahilfer Straße.

derStandard.at: Was sind die Schwerpunkte Ihrer bezirkspolitischen Tätigkeit?

Kaufmann: Die Lösung vieler kleiner, aber den Alltag der Menschen sehr belastender Probleme steht im Vordergrund. Nachhaltig und stadtgestalterisch gilt es konkret Lösungen für das Mariahilfer Platzl oder für verkehrsberuhigende Maßnahmen auf Durchzugsstraße zu finden.

derStandard.at: Laufen in Ihrem Bezirk BürgerInnenbeteiligungsverfahren?

Kaufmann: Umgestaltung Kurt Pint Platz (in der zweiten Hälfte des Jahres soll mit der Umsetzung begonnen werden), Gestaltung Mariahilfer Platzl (Startphase), Neugestaltung des Waldemar Parks nach Bau einer Volksgarage.

derStandard.at: Ihre Strategie in Sachen Hundekotproblem?

Kaufmann: In Briefen immer wieder auf HundebesitzerInnen einwirken. Hundekotentfernungssets und Hundewiesen anbieten.

derStandard.at: Wie stehen Sie zur Einführung von "Schutzzonen" im Bereich von Schulen?

Kaufmann: Es ist abartig für Handlungen, die bereits unter Strafe stehen, eigene Verbotszonen zu errichten. Es bringt, wie die ersten Erfahrungen zeigen, keine Besserung. Helfen statt Strafen ist die einzige Chance.

derStandard.at: Gibt es im Bezirk Maßnahmen für die Integration von Minderheiten?

Kaufmann: Wir haben als erster Bezirk eine Integrationskommission gegründet, die in enger Zusammenarbeit mit MigrantInnenvereinen steht. Gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Neumann habe ich die multireligiöse Plattform Mariahilf ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr haben Gläubige vieler Glaubensgemeinschaften im Rahmen der Bezirksfestwochen viele stunden beim Fest der Religionen miteinander verbracht.

derStandard.at: Haben Sie ein politisches Vorbild?

Kaufmann: Ja. [Um wen es sich handelt, wollte BV Kaufmann "gerne für sich behalten"; Anm. d. Red.]

derStandard.at: Mit welchen Eigenschaften würde Sie ein Freund charakterisieren?

Kaufmann: Ausdauernd, sensibel und zielstrebig.

derStandard.at: Ein persönlicher Tipp für Ihren Bezirk?

Kaufmann: Mariahilf ist der beliebteste Wohnbezirk, das soll so bleiben.

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    foto: bv 6
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