"The Smiths" wissenschaftlich betrachtet

4. April 2005, 01:38
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18 Jahre nach Auflösung der britischen Independent-Band widmet sich Konferenz der "kulturellen Botschaft" ihrer Musik

London - Rund 18 Jahre nach ihrer Auflösung widmet sich eine eigene Wissenschafter-Konferenz der britischen Independent-Band The Smiths. Zu der von der Manchester Metropolitan University in der Heimatstadt der Gruppe organisierten Tagung über die kulturelle Botschaft der Smiths-Musik werden in dieser Woche Forscher aus Großbritannien, den USA, Portugal, Japan, Irland, Norwegen, der Türkei und Australien erwartet, wie die "Times" am Dienstag berichtete. Ein irischer Akademiker werde beispielsweise eine Untersuchung mit dem Titel "Subjektivität, Selbstmord und The Smiths" präsentieren, eine Studie der Universität Oslo konzentriere sich dagegen ganz auf die Lyrik des Liedes "The Boy with the Thorn in his Side".

Themen wie soziale Klasse, Geschlechtsidentität und Sexualität

Andere Musiker wie Bob Dylan und die Beatles sind schon längst mit wissenschaftlichen Fach-Veranstaltungen gewürdigt worden - nun sei es auch für die 80er-Jahre-Band aus Manchester höchste Zeit, sagte Tagungsteilnehmerin Kaye Mitchell von der Uni Westminster der "Times": "The Smiths hatten viel zu sagen über Themen wie soziale Klasse, Geschlechtsidentität und Sexualität - Themen, die bei den Sozialwissenschaften ganz oben stehen." Außerdem habe die Band sich "um eine bestimmte Art des Englisch-seins gekümmert - gleichzeitig tiefgründig und mit Inneneinsicht, aber auch ziemlich provinzlerisch. The Smiths lassen Gedanken an zugige Küstenstädte aufkommen, an Teestuben und leicht seltsame alte Leute."

The Smiths brachten in den fünf Jahren ihres Bestehens vier Studio-Alben heraus. Bekannt waren sie vor allem für die ausgefeilten Texte und die leicht klagende Stimme ihres Sängers Steven Morrissey. (APA)

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    The Smiths: "The Queen is dead", Rough Trade Records, 1986

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