Schiri-Boss: Mafia hatte keine UEFA-Listen

21. Mai 2005, 21:34
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Volker Roth schließt aus, dass Namen von nominierten Referees in falsche Hände gelangt sein könnten

Hamburg - Volker Roth, Chef der deutschen und europäischen Schiedsrichter, hat ausgeschlossen, dass streng vertrauliche Besetzungslisten des Europäischen Fußball-Verbandes (UEFA) in den Händen der in den Wettskandal im deutschen Fußball verwickelten Kroaten gewesen sind. "Das ist vollkommen unmöglich", sagte Roth am Freitag der dpa.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte berichtet, Ex-Schiedsrichters Robert Hoyzer habe bei zwei Vernehmungen geschildert, wie er im Herbst 2004 eine entsprechende UEFA-Liste auf dem Rücksitz eines Firmenwagens des Berliner Cafe King gesehen habe, das der kroatischen Wettmafia als Treffpunkt gedient haben soll.

"Ich glaube Robert Hoyzer kein Wort mehr", meinte Roth. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag auf Nachfrage jeden Kommentar zum "Spiegel"-Bericht abgelehnt. Die Listen beinhalten die Namen der nominierten Schieds- und Linienrichter, UEFA-Delegierten und Schiedsrichter-Beobachter für UEFA-Cup-, Champions-League- und Länderspiele.

Roth betonte, dass die Unparteiischen aus Sicherheitsgründen erst 48 Stunden vor Anpfiff über ihren Einsatzort informiert werden. Vorher kennen nur die elf Mitglieder der Schiedsrichterkommission sowie zwei Mitarbeiter in der UEFA-Verwaltung die Namen. In der ersten Runde der Champions League sowie in den ersten beiden Runden des UEFA-Pokals und des UI-Cups können die Schiedsrichter-Ansetzungen allerdings mehrere Tage vor den Spielen auf der UEFA-Homepage eingesehen werden. (APA/dpa)

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