Innsbruck: Dicke Luft sei "Aufgabe für Jahrzehnte"

4. Mai 2005, 17:19
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Ganzjahreslimit für Feinstaub bereits nach drei Monaten überschritten

Innsbruck – Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe des Innsbrucker Magistrats hat ein Jahr lang an Vorschlägen zur Verbesserung der Luftqualität gearbeitet. Das 40-seitige Ergebnis kann sich sehen lassen, auch aus der Sicht der Grünen Landtagsabgeordneten Uschi Schwarzl. Aber, so ihre Kritik, der Stadtsenat habe den Bericht nur „zur Kenntnis genommen“ und den städtischen Dienststellen unverbindlich zur Umsetzung weitergeleitet. Notwendige Maßnahmen wie etwa Verbesserungen im ÖPNV-Angebot oder eine Verteuerung der Parkgebühren würden so unterbleiben.

"Politisch überleben"

Umweltstadtrat Eugen Sprenger (VP) widerspricht mit Verweis auf jährliche Investitionen in die Wärmedämmung in Höhe von 35 Mio. Euro und 13 Mio. für die Innsbrucker Verkehrsbetriebe. Höhere Gebühren in Kurzparkzonen hält Sprenger für „grundsätzlich denkbar, aber extrem unpopulär, das müsse man politisch erst überleben“.

Bei Feinstaub hat Innsbruck das ganzjährige Limit von 35 Tagen mit Grenzwertüberschreitungen bereits nach drei Monaten mit 41 Tagen überboten. Bei einem Grenzwert von 50 Mikrogramm und Tagesmittelwerten jenseits von 150 Mikrogramm stehe man vor einer „Aufgabe für Jahrzehnte“, meint Sprenger. (hs, DER STANDARD Printausgabe, 26.03.2005)

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