Hilfsorganisation Hemayat: Schutz Traumatisierter erschwert

3. Mai 2005, 18:00
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Kritik an verschärfter Schubhaft und Zwangsernährung

Wien - Die Kritik am geplanten neuen Asylgesetz geht weiter. Die Hilfsorganisation Hemayat sieht vor allem für Traumatisierte Verschlechterungen. "Der Entwurf zum Asylgesetz erschwert den Schutz für Menschen, die traumatisch Schrecklichstes erleben mussten", heißt es in einer Aussendung am Freitag. Die Hilfsorganisation stören vor allem die Verschärfungen bei der Schubhaft: "Die exzessive Anwendung von Schubhaft ist Gift für Folterüberlebende".

"Das ist wie einen Allergiker unter einen blühenden Baum setzen. Vor Gefängnis geflohen und wieder ins Gefängnis zu kommen", beschreibt Hemayat die drohenden Auswirkungen. "Und das bei Menschen, die nichts angestellt haben als um Schutz anzusuchen." Durch die Zwangernäherung in der Schubhaft befürchtet die Hilfsorganisation verstärkt Selbstbeschädigung und erhöhte Selbstmordraten.

Scham- und Schuldgefühle seien Teil des Traumatisierungsbildes. Das gelte besonders für Opfer sexualisierter Gewalt und für "zufällige" Überlebende eines Massakers. Um Hinweise auf eine Traumatisierung zu erkennen, brauche es Vertrauen und Zeit. Unter Zeitdruck und unter den Bedingungen von starkem Stress sei die Gefahr sehr hoch, dass sich die Betroffenen aus Scham verschweigen, so Hemayat. (APA)

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