Mück: "Noch nie so viel Kritik an Regierungsparteien"

11. Mai 2005, 22:06
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"Offen gesagt": Neues Erscheinungsbild und Publikum - ORF-Chefredakteur will 2007 in Pension gehen

ORF-Chefredakteur Werner Mück (60) will 2007 in Pension gehen. "Ich habe einen Pensionstermin im Frühsommer 2007 und denke nicht daran, ihn verstreichen zu lassen", sagt Mück in der "Presse". Spekulationen, wonach er sich um einen Posten in der ORF-Geschäftsführung bewerben könnte, weist der Chefredakteur der ORF-TV-Information zurück. Nach mehr als 40 Dienstjahren gebe es keinen Anlass darüber nachzudenken, länger zu arbeiten: "Ich habe schließlich auch Familie."

Änderungen plant Mück bei der Diskussionssendung "Offen gesagt". Sie soll in Kürze mit völlig neuem Erscheinungsbild vor Publikum abgehalten werden. Mück erwartet sich davon, dass sich die Diskutanten nicht mehr "unbeobachtet fühlen": "Dadurch hört sich das Durcheinanderreden auf. Vor Publikum würde es manchen nie einfallen, sich so zu gebärden, wie sie es jetzt tun."

Die Kritik der SPÖ an der "Zeit im Bild" und an seinem Führungsstil weist Mück zurück: "Ich denke, dass die Spitzenfunktionäre der SPÖ an mir ihren Phantomschmerz über den Verlust des Regierungsamtes auslassen." Im ORF habe es "überhaupt noch nie so viel Kritik an Regierungsparteien gegeben wie in den vergangenen zweieinhalb Jahren". Dafür müsse man nicht einmal besonders aufmüpfig sein: "Bei den Serien an Katastrophenfällen im Regierungslager reicht es, die Realität abzubilden." (APA)

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