Im Kampf gegen die Drogenszene in der Passage setzt die Polizei auf Paragraf 78 der Straßenverkehrsordnung, der sich mit diversen Arten der Beeinträchtigung des Fußgängerverkehrs befasst. Die Polizei erteilt Strafverfügungen gegen jene, die durch "Herumlungern bzw. unbegründetes Stehenbleiben", Passanten am Durchgang hindern: "Es wurden daher Personen dazu bewogen, sich anders zu verhalten, als hätte der Vorfall nicht stattgefunden", heißt es.
Nach Sicht der Polizei handelt es sich um "ein paar wenige Fälle", die Streetworker sehen hingegen eine Häufung. Einig sind sie sich in einem: Das Problem war vorhersehbar. "Uns war klar, dass nach Einführung der Schutzzone vor der Schule am Karlsplatz, die Szene abwandern wird", sagt Michael Lepuschitz von der sicherheits- und verkehrspolizeilichen Abteilung in der Bundespolizeidirektion Wien.
Fehlende Linie
"Wie hier vorgegangen wird, ist schon sehr fragwürdig", findet Uwe Hincziza, Leiter der Wiener Streetworker: "Hier fehlt eine Linie. Einmal wird strengstens vorgegangen, am nächsten Tag sieht man keine Polizisten." Generell müsse man sich auch fragen, ob "es das Abmahnen bringt". Stattdessen sollte die Polizei auf "permanente Präsenz mit zwei bis drei Beamten" setzen, die darauf schauen, dass sich die Leute so benehmen, dass niemand gestört wird".
Dazu Lepuschitz: "Wir sind ja präsent. Aber wir können nicht einfach Polizisten voll dafür abstellen." Aufgrund vieler Beschwerden der Geschäftsleute in der Passage sei es hier nötig gewesen, "energisch einzuschreiten".
Die Wiener Grünen fühlen sich durch die Polizeiaktion in ihren Befürchtungen bestätigt. "Es ist genau das eingetreten, was wir befürchtet haben", sagt die grüne Gemeinderätin Susanne Jerusalem: "Wir fordern Räume für die Leute, aber die Stadt setzt lieber auf Vertreibungspolitik." Die Strafen seien "absurd", die Schutzzone ein Fehler.
Das sieht Lepuschitz anders: "Die gute Nachricht ist, dass die Schutzzone funktioniert. Die weniger gute: Die Szene verlagert sich - zum Leidwesen anderer." (pm, DER STANDARD - Printausgabe, 25. März 2005)
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Bevor man Fußgänger straft, die in einer U-Bahn-Haltestelle herumstehen und warten, sollte man sich lieber um einige andere Klienten kümmern:
* Fahren mit Hut
* Schlafen auf der Überholspur
* In einer Telefonzelle durch die Gegend schleichen
Gerade dadurch könnte die Flüssigkeit des Verkehrs erhöht und das Unfallrisiko gesenkt werden.
Aber was wollen Sie damit aussagen? Wollen Sie aussagen, dass dort die Kriminalität so unglaublich groß ist? Wie oft wurden Sie persönlich schon belästigt außer von den stereotypen optischen Eindrücken? Ein "normaler" Bürger hat dort überhaupt nichts zu befürchten, weshalb ich auch die Schutzzone und die damit verbundene potentielle Willkür der Exekutive nicht verstehe. Dadurch erreicht man nur eine Zweiklassengesellschaft, was nur zu verstärkter Kriminalität führt.
Das ist ein Artikel aus Wieden, sollte dir aufgefallen sein...
Nicht wenige Leute wohnen im Freihausviertel und angrenzenden Grätzeln, da kann es durchaus schon mal vorkommen, dass man sich am Karlsplatz verabredet. Is ja auch nicht so Weltenfremd, schliesslich fahren da einige Öffis hin. Insofern halte ich das Kommentar von 'Brenner' für absolut entbehrlich, ja überheblich!
ich finde die schutzzone auch gut. alle die die grosse ungerechtigkeit darin sehen sollten sich einmal dorthinbegeben und sich dann ueberlegen ob sie wollen dass ihre kinder dort herumgehen.
ich moechte wirklich allen an herz legen dort einmal hinzugehen, nicht hier klug posten, hingehen, reden sie doch mit den leuten.
was man sich aber wirklich ueberlegen sollte ist, was man mit den leuten macht.
Erstaunlich, wie da (wieder) Besserwisser genau wissen, was Kindern gut tut.
Ich bin schon sehr oft am Karlsplatz vorbeigegangen und mir ist nie aufgefallen, dass die Schulkinder Probleme mit den Junkies hätten. Die Junkies schaun halt nicht "gut" aus, tun aber im Allgemeinen niemanden etwas zu leide.
Andererseits keinne ich eine kleine, zierliche Frau, der von der Polizei auf einer Wachstube der Arm brutal gebrochen wurde (weil sie an Schlafstörung litt, zur Baumgartner Höhe mit dem Taxi wollte und irrtümlich glaubt, kein Geld mitzuhaben ....).
In Österreich muss man wohl eher vor gewalttätigen Polizisten Angst haben als vor eher harmlosen Junkies.
Junkies sind keinesfalls harmlos. Ein wirklicher Drogenabhängiger (dazu zähle ich auch Alkoholiker) hat bestimmt ein höheres Aggressionspotential (Beschaffungsdruck, niedrige Selbstkontrolle...) als ein mies gelaunter Polizist. Ich gebe zu, dass ich noch nie von Beschaffungskriminalität am Karlsplatz gehört habe, ich würde mein Kind jedoch sicher niemals dort herumlaufen lassen.
Auch, dass jeder Passant zwischen 10 und 60 in den Ballungsräumen von einem Dealer angesprochen werden kann gefällt mir nicht.
Übrigens weiß ich, dass meinem Kind Drogen sicher nicht gut tun, so wie jedem anderen auch. Das macht mich nicht zum Besserwisser, sondern zum Erziehungsberechtigten.
finde ich die schutzzonen sehr gut. da meine tochter vorraussichtlich in die evangelische schule am karlsplatz gehen wird, kann ich es nur begrüßen, wenn sie nicht einem erhöhten risiko von gewalt ausgesetzt ist - hier muß ich frau jerusalem ordentlich widersprechen. dass man eigene örtlichkeiten für drogensüchtige einrichtet, finde ich hingegen eine sehr gute idee.
ihr gequatsche ist unerträglich bescheuert. es steht ihnen frie, ihre gesamte freizeit unter junkies am karlsplatz zu verbringen. andere leute wollen mit diesen typen aber nichts zu tun haben, sondern einfach nur zur u-bahn. und auch das ist zu respektieren.
den anblick "herabgekommener" menschen, sondern um gefährdung von kindern. mein kind wächst übrigens in einer sehr toleranten, sozialen umgebung auf.
so nebenbei: sie würden es also begrüßen, ihr kind täglich durch die drogenszene gehen zu lassen, damit begegnung stattfinden kann?
sind unter:
http://www.polizei.gv.at/wien/serv... elcome.asp
erhältlich! Gebühr: 10 Euro für eine Stunde Stehenbleiben!
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