Pinochet darf in Mordfall Prats nicht rechtlich verfolgt werden

19. Mai 2005, 22:25
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Oberstes Gericht bestätigt Immunität des Ex-Diktators

Santiago - Die chilenische Justiz darf den früheren Diktator Augusto Pinochet im Fall des vor 30 Jahren ermordeten Generals Carlos Prats nicht strafrechtlich verfolgen. Das Oberste Gericht von Chile bestätigte am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit die Immunität des ehemaligen Diktators in besagtem Fall, nachdem ein Berufungsgericht in der Hauptstadt Santiago sie im Dezember aufgehoben hatte. Gegen den Beschluss des Obersten Gerichts können die Gegner nicht in Berufung gehen; der heute 89-jährige Pinochet entgeht dadurch einem Verfahren.

Prats war am 30. September 1974 mit seiner Frau Sofia Cuthbert in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires durch eine Autobombe ums Leben gekommen. Der chilenische General war Oberbefehlshaber der Bodenstreitkräfte, stellvertretender Präsident und Innenminister unter dem sozialistischen Staatschef Salvador Allende gewesen, der sich am Tag von Pinochets Machtergreifung, dem 11. September 1973, das Leben nahm.

Pinochet ist in Chile wegen seiner Rolle in der "Operation Condor" angeklagt. Bei der Aktion in den 70-er und 80-er Jahren, die im Auftrag der Machthaber in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay ausgeführt wurde, starben oder verschwanden tausende lateinamerikanische Oppositionelle. (APA)

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