Netz-Spitzel: Suchmaschine liefert Dossiers von Personen

3. Mai 2005, 19:33
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ZoomInfo startet neuen Dienst im Internet - Heftige Kritik von Datenschützern

In den USA wurde ein neuer Dienst entwickelt, der die über das Internet verfügbaren Informationen zu einer Personen aufbereitet. Anstatt bei Google einen Namen in Anführungszeichen einzugeben und sich dann von den Ergebnissen überraschen zu lassen, erhält man bei ZoomInfo ein übersichtliches Dossier.

Profile von 25 Millionen Personen

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Profile von 25 Millionen Personen erstellt - mit Daten, die sich mittels des Internets über diese Personen finden lassen. Wer sich bei dem Dienst registriert, kann das eigene Profil auch kostenlos verändern; zum Nachweis der Identität werden die Daten der Kreditkarte verlangt. Wer gar nicht in der Datenbank aufgeführt sein will, hat auch die Möglichkeit, den eigenen Eintrag entfernen zu lassen.

Werdegang

Die Personen-Suchmaschine zeigt zunächst Angaben zum Werdegang einer Person an - am Beispiel von Richard Stallman wird etwa angezeigt, dass der Pionier der Bewegung für freie Software in Harvard, Brüssel und Glasgow studiert hat. Danach folgen Angaben zur Anzahl der im Web vorgefunden Quellen über diese Person mit Informationen über wichtige Projekte. Die "erweiterte Suche" findet auch alle in der Datenbank enthaltenen Mitarbeiter einer bestimmte Firma. Die Profile zeigen an, ob sie automatisch erstellt oder von den entsprechenden Personen bearbeitet wurden.

"Mit unserem Angebot wird es möglich, sich selbst so zu präsentieren, wie man es gerne möchte", erklärt ZoomInfo-Manager Russell Glass. ZoomInfo-Vorstandschef Jonathan Stern erklärt, dass sein Unternehmen nur das tue, was auch bei Google und Yahoo üblich sei. Hinzu komme eine übersichtliche Zusammenfassung mit der Konzentration auf die wesentlichen Informationen über eine Person.

Kritik von Datenschützern

Dennoch stößt ZoomInfo auf die Kritik von Datenschützern. Der auf den Schutz persönlicher Daten spezialisierte Internet-Experte Richard Smith spricht von einem Tool für das Ausspionieren von Personen und sagt: "Nette Leute schnüffeln nicht ihre Nachbarn aus." Und für Preston Gralla, Mitautor des Buchs "The Complete Idiot's Guide to Internet Privacy and Security" existiert ein Unterschied zwischen den ungeordnet im Web verfügbaren persönlichen Daten und einer gezielten Zusammenstellung dieser Informationen zu einem Dossier.

Kostenlos und ...

Neben der kostenlosen Suche nach Personen bietet ZoomInfo auch einen kommerziellen Dienst an, der Unternehmen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter gezielt mit einzelnen Informationen über Bewerber versorgt. Zu den Kunden gehören nach Angaben der Firma auch große Unternehmen wie Microsoft und AOL.(APA/AP)

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