Novell kündigt auf Hausmesse Brainshare zahlreiche Neuheiten an

11. April 2005, 10:42
1 Posting

Small Business Suite soll Kleinunternehmen All-in-One-Lösung bieten - ZENworks 7 kann Windows-Systeme von Linux aus administrieren

Mit einem bunten Strauss an Ankündigungen hat Novell am Montag seine Hausmesse Brainshare in Salt Lake City gestartet. So kündigte CEO Jack Messman in seiner Keynote unter anderem auch ein neues Produkt an, dass sich vor allem an den Markt für Kleinunternehmen richtet. Die Small Business Suite 9 soll entsprechenden Firmen eine All-in-One-Lösung bieten - vom Server bis zum Desktop.

Angebot

In dem Paket enthalten sind der SUSE Linux Enterprise Server 9, die Kollaborationssoftware Groupwise, der Novell Linux Desktop, sowie eDirectory und der iManager. Gedacht ist das ganze für Firmen mit bis zu 100 UserInnen und maximal drei Servern, eine entsprechende Lizenz gibt es bei Novell um 475 US Dollar pro fünf UserInnen, oder 252 US Dollar für UmsteigerInnen von anderen Novell- oder bestimmten Fremdprodukten.

Unterstützung

Eine weitere Neuheit ist das sogenannte "Market Start"-Programm mit dem Novell kleinen Unternehmen unter die Arme greifen will. Wer das Softwaregeschäft kenne, wisse, dass es oft wesentlich schwieriger - und teurer - sei, ein Produkt auch tatsächlich auf den Markt zu bringen, als es zu entwickeln. An dieser Stelle will der Konzern helfend zur Seite stehen und Open Source-Unternehmen bei ihrem Unterfangen mit Zugang zu den eigenen Distributionskanälen und globalem Support unterstützen, wodurch im Gegenzug wieder das eigene Angebot an Attraktivität gewinnen soll.

Steuerung

Mit dem kommenden ZENworks 7 will Novell künftig erstmals eine echte Cross-Plattform-Management Suite anbieten. Auf diese Weise ist es zum Beispiel möglich Windows-Systeme von einem Linux-Rechner aus zu warten. Als geplantes Veröffentlichungsdatum wird momentan das zweite Quartal 2005 angegeben.

Angebot

Ein zentrales Thema bei den Ankündigungen von Novell auf der Brainshare war auch die deutlich verstärkte Kooperation mit er Open Source Application-Platform JBoss. Novell will sich künftig aktiv an der Entwicklung des JBoss Enterprise Middleware Systems (JEMS) beteiligen, sowohl EntwicklerInnen als auch Code aus bereits bestehenden - bisher allerdings nicht im Quelltext freigegebenen - Angeboten sollen für das Projekt zur Verfügung gestellt werden.

Angebot

Ansonsten gab es auf der Messe vor allem auch zahlreiche Signale an die Stammkundschaft, die offenbar mit dem schnellen Wechsel der Firmenstrategie auf Linux als zentrales Element nicht immer hundertprozentig zufrieden war. So wurde einmal mehr betont, dass das eigene Betriebssystem Netware auch in Zukunft als Alternative zum Open Source-Produkt zur Verfügung stehen soll.

Angebot

Ebenfalls in diese Bild passt, dass Novell ein erneuertes Bekenntnis zu Groupwise abgelegt hat, zumindest zehn Jahre Support werden der Kundschaft nun versprochen. Wohl auch eine Antwort auf Befürchtungen mancher KundInnen, dass Groupwise auf kurz oder lang vom unlängst präsentierten Open Source-Projekt Hula abgelöst werden soll. Tatsächlich wird dieses allerdings in Zukunft das Netmail-Angebot von Novell ersetzen - kein Wunder basiert es doch auf dessen Source Code. (apo)

Link

Novell

Brainshare

Andreas Proschofsky berichtet aus Salt Lake City von der Brainshare

Nachlese

Novell sieht wachsende Nachfrage nach Linux im Mittelstand

Ansichtssache

Die Stärken des Novell Linux Desktop liegen im Detail

  • Artikelbild
    foto: andreas proschofsky / derstandard.at
Share if you care.