Veranstaltung: "Club der Enttäuschten" im WUK

22. März 2005, 13:05
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Ein verzweifelt-absurd-witziger Theater-Versuch, sich der eigenen Lebenssituation zu stellen

"Na klar sind wir die Verlierer, aber eigentlich sind wir nur die Spielverderber, die miesepetrig Enttäuschten. Blöde Bruddler, Weicheier, Idioten. Der Kapitalismus ist für alle da - Schönheit und Spa - nimm's leicht, und wer es nicht schafft, wer es nicht schafft, ist selber - selber -"

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Sieben Personen werden vom Arbeitsmarktservice in eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gesteckt. Unterschiedliche Lebenswege kreuzen sich: Woher kommen sie, wohin wollen sie, wie gehen sie mit dieser Situation um, auf welche Weise versuchen sie, diesem Zustand zu entkommen, ihr Arbeits- und Lebenslage zu leugnen oder dieser mit euphorischen Slogans wie "Es geht vorwärts, wenn es nur richtig anpackt" zu entfliehen? Sieben Möglichkeiten, sich mit Fragen weltweiter "Arbeitskraftvermarktungsstrategien" und deren Phrasen auseinanderzusetzen, aber auch Utopien entgegenzusetzen oder sich schlichtweg dem Druck der Arbeitswelt auf die eine oder andere sehr persönliche Weise zumindest für Momente zu entziehen. Dabei entstehen Situationen von nahezu grotesker Komik, in denen jedoch immer die Tragik und die politische Tragweite globaler Überwachungs- und Reglementierungsversuche herauszuspüren sind.

Sinnfragen

Der "Club der Enttäuschten" im WUK ist eine österreichische Erstaufführung von urtheater und RedArt in Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus, Münster. Regie führt Gernot Plass. Autorin Felicia Zeller, die bereits mit "Bier für Frauen" in Deutschland und Österreich durchschlagenden Erfolg erzielen konnte, schildert in ihrem detail- und facettenreich recherchierten Stück mit viel Witz und Humor die oftmals verzweifelten, vielfach auch absurden Versuche der ProtagonistInnen, sich dem Problem der Arbeitslosigkeit, Sinnfragen und letztlich auch der je eigenen Lebenssituation zu stellen. (red)

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Lesung Am 1. April findet im Anschluss an die Vorstellung eine Lesung von Felicia Zeller statt: Die Autorin präsentiert dabei ihr neuestes Stück "Einfach nur Erfolg", das im Herbst dieses Jahres in Freiburg zur Uraufführung kommen wird. Sie thematisiert darin das Seelenleben eines Künstlers als kontinuierlicher "Presseveranstaltung": Was ist überhaupt eine öffentliche Persönlichkeit, und wie wäre es, wenn Kurt Brisbaine den Unterricht an einer deutschen Schule übernehmen würde?
31.3. bis 9.4.,
WUK, Großer Saal,
Währinger Str. 59
Tel. 01/401 21 70
20.00

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  • Artikelbild
    foto: urtheater
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