UNO: Krieg um Wasser wenig wahrscheinlich

10. Juli 2005, 19:35
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Die Erde habe "genug Wasser, um die Grundbedürfnisse aller ihrer Bewohner zu erfüllen"

New York - Werden Kriege künftig nicht mehr um Öl, sondern ums Wasser geführt? Experten der UNO und der USA halten die Schreckensvision für wenig wahrscheinlich. Ihrer Analyse nach bietet "die Erde genug Wasser, um die Grundbedürfnisse aller ihrer Bewohner zu erfüllen", wie der Präsident des Pacific Institute in Oakland (Kalifornien), Peter Gleick, sagt.

Schwindende Reserven an Süßwasser "müssen nicht unbedingt ein Grund für Spannungen sein", meint auch UN-Generalsekretär Kofi Annan. Vielmehr könnten sie als Katalysator für Zusammenarbeit dienen. Tatsächlich haben sich politische Gegner wie Israelis und Palästinenser auf die friedliche Kooperation in Wasserfragen geeinigt, ohne zuvor Frieden zu schließen.

"Wir können künftige Kriege verhindern, wenn wir heutige Reserven durch den Einsatz neuer Technologien erhalten", meint auch die Wasserstrategin Marcia Brewster von der UN-Abteilung für nachhaltige Entwicklung. Der Trend gehe vom Bau neuer und größerer Staudämme über die Wiederaufbereitung von gebrauchtem Wasser bis zur der Erziehung des Verbrauchers. Zudem würden in der Landwirtschaft, die global 70 Prozent allen Süßwassers schluckt, immer bessere Techniken zum optimalen Wasserverbrauch eingesetzt.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. 3. 2005)

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