"Familienbetriebe sollen länger aufsperren können"

22. März 2007, 14:43
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WKO-Handelsobmann Erich Lemler spricht sich im E-Mail-Interview für eine Ausnahmeregelung für Familienbetriebe aus

derStandard.at: Würden Sie jenen Bundesländern, die bei den Ladenöffnungszeiten restriktiver vorgehen, zu einer Erweiterung der Öffnungszeiten raten?

Lemler: Aufgrund der verschiedenen Gegebenheiten, der verschiedenen Grenznachbarschaften gibt es auch unterschiedliche Notwendigkeiten der Öffnungszeiten. Der Gesetzgeber hat dementsprechend Möglichkeiten der Ausweitung geschaffen.

Wenige wollen es

derStandard.at: Wer profitiert Ihrer Meinung nach besonders von einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten, für welche Branchen, Betriebsgrößen oder Lagen könnte sie nachteilige Folgen haben?

Lemler:Entscheidend ist, wie der Konsument geänderte Öffnungszeiten annimmt oder nicht annimmt. Nach der letzten Konsumentenbefragung sind die Kunden mit den derzeitigen Öffnungszeiten zufrieden, es gibt nur einen kleinen Prozentsatz junger Konsumenten, die sich für eine Liberalisierung aussprechen.

derStandard.at: Wie stehen Sie zur Sonntagsöffnung? Wer könnte davon profitieren, wem könnte sie schaden?

Lemler: Es gibt einen hohen gesellschaftlichen Konsens in Österreich, die Sonntagsruhe unangetastet zu lassen.

derStandard.at: Könnte eine Ausweitung der Rahmenöffnungszeiten die Ertragslage der österreichischen KMU im Handel verbessern?

Lemler: Nach französischem Vorbild könnte eine Familienbetriebslösung - Familienbetriebe sind dort keiner Öffnungszeitenregelung unterworfen - Kleinstbetrieben einen Vorteil bringen. Es stellen sich dabei aber zwei Fragen: Nehmen die Kunden in Österreich das an? Und: Sind Familienbetriebe bereit, ihre Öffnungszeiten anders zu gestalten? Das müsste vorher eingehend geprüft werden. (mas)

  • Lemler: "Breiter gesellschaftlicher Konsens, die Sonntagsruhe unangetastet zu lassen"
    foto: wko

    Lemler: "Breiter gesellschaftlicher Konsens, die Sonntagsruhe unangetastet zu lassen"

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