Geld will zu Geld

7. April 2005, 15:20
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Das aktuelle Wirtschafts­buch: "Geld oder Leben - Umdenken und unsere Zukunft nachhaltig sichern" von Günther Moewes

Jahrelang habe der deutsche Staat zugesehen, wie zehn Prozent der Bevölkerung zwei Billionen Euro, ein gewaltiges privates Vermögen, angehäuft haben, wohingegen die Staatsverschuldung 1,3 Billionen beträgt.

Bei diesem ungesunden Verhältnis kommt es zu einer Umverteilung von unten nach oben, beklagt der emeritierte Dortmunder Professor Günther Moewes: Das Geld, um den Vermögensberg der Reichen mit Zinsen zu bedienen, hole der Staat sich von den Armen. "Geld will immer zu Geld."

Der Geldstrom fließt vom Bedarf weg zum Überfluss hin. Von den Schuldenbergen zu den Vermögensbergen - sowohl national als auch global gesehen.

So würden die sozialen Gegensätze trotz steigender Sozialausgaben immer größer, mit all den Problemen einer schleichenden Transformation der Demokratie in eine Plutokratie. Die USA, erklärt Moewes, habe dieses Stadium bereits erreicht.

Um eine Kehrtwende einzuleiten und die Unterwanderung demokratischer Strukturen zu verhindern, müsse der Zusammenhang zwischen Arbeit, Vermögen und Kapital neu durchdacht werden.

Moewes ist dabei illusorisch radikal: Die gängigen Paradigmen der Wirtschafts-, Finanz-und Arbeitsmarktpolitik sollten infrage gestellt werden. Es gehe nicht um kurzlebige Reparaturen im System, sondern vielmehr um eine nachhaltige Neuorientierung. (ric, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.03.2005)

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