Defizite in EU 2004 leicht verbessert

6. April 2005, 16:49
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Neun Länder verletzten im Vorjahr die Drei-Prozent-Grenze - Österreich-Defizit unverändert 1,3 Prozent - mit Infografik

Luxemburg - Das Defizit in der Eurozone und in der EU hat sich 2004 gegenüber dem Vorjahr geringfügig verbessert, die Verschuldungsquote hat sich aber erhöht. Wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte, verzeichneten die zwölf Euroländer im Vorjahr durchschnittlich eine Neuverschuldung von 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Vergleich zu 2,8 Prozent 2003.

Die Euro-Länder hatten im Vorjahr zusammen 5.383 Mrd. Euro an Schulden, das entspricht 71,3 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung. 2003 betrug der öffentliche Schuldenstand noch 70,8 Prozent.

Alle 25 EU-Länder haben zusammen ein Defizit von 2,6 Prozent des BIP

2003 war es noch 2,9 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die EU hatte 2004 Schulden in Höhe von 6.509 Mrd. Euro, das entspricht einem Anteil von 63,8 Prozent des BIP, gegenüber 63,3 Prozent im Jahr 2003. Sowohl die Eurozone als auch die EU insgesamt verfehlen damit die so genannten Maastricht-Kriterien, wonach die Gesamtverschuldung den Wert von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht übersteigen darf.

In zehn Mitgliedstaaten der EU verschlechterte sich das Defizit 2004 im Vergleich zu 2003, in 14 verbesserte es sich. Die größten Defizite verzeichneten Griechenland (6,1 Prozent), Malta (5,2 Prozent), Polen (4,8 Prozent), Ungarn (4,5 Prozent) und Zypern (4,2 Prozent). Über der im Euro-Stabilitätspakt festgeschriebenen Schwelle von drei Prozent lagen insgesamt neun Staaten, neben den bereits genannten sind dies Deutschland und Frankreich (jeweils 3,7 Prozent), die Slowakei (3,3 Prozent) und Großbritannien (3,2 Prozent).

Sechs EU-Staaten verzeichneten 2004 Budgetüberschüsse: Dänemark (2,8 Prozent), Finnland (2,1 Prozent), Estland (1,8 Prozent), Schweden (1,4 Prozent), Irland (1,3 Prozent) und Belgien (0,1 Prozent).

Für Österreich gibt Eurostat unverändert ein Defizit von 1,3 Prozent im Jahr 2004 (2003: 1,1 Prozent) an. Die Verschuldungsquote reduzierte sich geringfügig auf 65,2 Prozent des BIP gegenüber 65,4 Prozent im Jahr davor. Neun EU-Staaten liegen wie schon 2003 bei der Verschuldung über dem Maastricht-Referenzwert von 60 Prozent. Die Verschuldung ist am höchsten in Griechenland (110,5 Prozent), gefolgt von Italien (105,8 Prozent) und Belgien (95,6 Prozent). (APA)

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