Roots Manuva: Wenn Bäcker essen

22. März 2005, 15:27
3 Postings

Der Brite gastiert irgendwann von Montag auf Dienstag im Dub Club im Flex

Das blöde an Konzerten im Dub Club ist, dass sie immer erst beginnen, wenn die Bäcker schon auf Mittagspause gehen. Sprich Menschen mit konservativen Arbeitszeiten oder Studenten mit Abschlussfantasien überlegen eher drei Mal, ob sie sich das geben sollen. Dazu kommt die Verzögerung der Zeit, die im Dub Club herrscht. Von wegen Verinnerlichung von Langsamkeit bei gleichzeitiger Selbstaufgabe in die Tiefen des Echos, das aus den Boxen hallt.

Kommenden Montag sollte man aber auf Karriere und Zeitloch pfeifen und sich Roots Manuva anschauen. So viel Egoismus muss sein! Zumindest für Freunde des intelligenten HipHop. Doch, das gibt's. Zwar erfindet der Brite das Genre nicht neu. Aber die beherrschte Eleganz, die eloquenten Raps sowie das Auslassen üblicher HipHop-Plattitüden wie großhubraumige Autos, das Beschreiben der Reize von Damensitzflächen sowie Dimensionsvergleiche männlicher Fortpflanzungsorgane zugunsten von Inhalten, für die eine zweite Hirnwindung von Vorteil ist, machen Rodney Smith zu einer wohltuenden Ausnahmeerscheinung.

Neben Meistern desolater Beats wie Dizzee Rascall oder Mike Skinner alias The Streets, ist Roots Manuva wohl der beste Inselbewohner des HipHop. Sein aktuelles Album "Big Dada" gibt's im Vertrieb der Soul Seduction. (flu/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18. 3. 2005)

21. 3. Flex, 1., Donaukanal. Angeblich 24.00 Uhr
  • Artikelbild
    foto: soul seduction
Share if you care.