Eine Wespe rettet den Cranach-Altar

23. März 2005, 12:25
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Experiment im Erfurter Dom erfolgreich: Biologische Methode erstmals bei Altar aus dem 16. Jahrhundert angewendet

Erfurt - Wespen haben die Holzwürmer im Cranachaltar des Erfurter Doms dezimiert. Die biologische Methode sei erfolgreich gewesen, sagte der Leiter des Bischöflichen Bauamtes, Andreas Gold, am Mittwoch in Erfurt. Offen sei allerdings noch, ob alle Schädlinge getötet wurden. Das Experiment gegen den Nagekäfer im Holzrahmen eines Altar-Gemäldes aus dem 16. Jahrhundert war Mitte Jänner gestartet worden.

"Wir hatten nichts zu verlieren, aber die Kunstwelt viel zu gewinnen", sagte Gold zur Entscheidung, die Methode weltweit erstmals in Erfurt anzuwenden. Vier Wochen lang hatten die Lagererzwespen (Lariophagus distinguendus) Zeit, die Larven des Gemeinen Nagekäfers (Anobium punctatum), im Volksmund Holzwurm genannt, zu "parasitiern". Dabei legten die drei Millimeter großen weiblichen Insekten ihre Eier in den Holzschädling, der darauf hin abstirbt. Die Kosten für das Verfahren, das am Gemälde "Verlobung der heiligen Katharina" von Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) angewandt wurde, beliefen sich auf etwa 3.000 Euro. Das sei billiger als eine Begasung des Altars, sagte Gold. (APA/dpa)

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    Der berühmte Cranach-Altar im Erfurter Dom ist über 400 Jahre alt.

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