Wassermanagement ist der Schlüssel

10. Juli 2005, 19:35
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"Zapf-Kioske" in Sambia, organisierte Verteilung in Jordanien

Eschborn - Viele Länder in Afrika haben nach Ansicht der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) im Prinzip genug Wasser, gehen aber ineffizient damit um. Wasserknappheit sei längst nicht immer das Hauptproblem, sagte GTZ-Wasserexperte Andreas Kuck in einem dpa-Gespräch in Eschborn bei Frankfurt. Lösungen könnten ganz unterschiedlich sein: "Das ist von Land zu Land verschieden."

In Sambia könnten Menschen ohne Anschluss an die Wasserversorgung seit einiger Zeit an "Wasser-Kiosken" sauberes Wasser zu erschwinglichen Preisen kaufen, berichtete Kuck. Dort sei die GTZ seit acht Jahren tätig. Eine Wasser-Regulierungsbehörde kümmere sich darum, dass alle Menschen versorgt werden, nicht nur die Reichen. Trotz fehlender Wasserleitungen gebe es inzwischen auch in den Slums preiswertes Wasser guter Qualität an öffentlichen Zapfstellen. 50 solcher "Wasser-Kioske" seien bisher errichtet worden. Vorher hätten sich die Menschen teures Wasser von fliegenden Händlern kaufen müssen.

Effizienter Einsatz

In Jordanien seien früher große Mengen Wasser etwa in der Landwirtschaft verschwendet worden. Heute werde es effizient eingesetzt. Die Bauern hätten angesichts der Wasserknappheit erkannt, dass die Verteilung organisiert werden müsse, sagte Kuck. Heute gehörten 40 Prozent von ihnen einer Landwirte-Organisation für Wasser an. Abwasser aus den Städten werde nun für die Bewässerung der Felder gereinigt und aufbereitet, gleichzeitig könnten die Bauern eingespartes Frischwasser in die Städte liefern. "Die GTZ konnte die Initialzündung dazu geben", sagte Kuck.

Die internationale Aufmerksamkeit für Wasser ist nach der Erfahrung des Experten gewachsen. Um Fortschritte zu erreichen, sei aber vor allem die Einstellung vor Ort wichtig: "Der politische Wille muss da sein." (APA/dpa)

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