Haben Sie Lust auf eine Weltfrauentags- Bewältigungs-Kolumne?

24. März 2005, 11:48
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First this is an open letter to Gregg, Michael & Ralph. Would you please put me from your "Cheap viagra" mailing lists? I am sure that it is in Pfizer's interest to have a world-wide errection problem, but I have none. Zweitens, weil wir grade bei Erhebungsproblemen sind: Haben Sie Lust auf eine Weltfrauentags-Bewältigungs-Kolumne? Er ist ja schon ein paar Tage her, aber meine eingebaute Rosamund Pilcher klopft seitdem dauernd an meine Magenschleimhaut und meint: Der Weltfrauentag ist eine gastritisfördernde Angelegenheit. Du musst sublimieren, egal, wie spät.

Und so lieh ich Rosamund meine Fingerchen, und die schrieb folgende pilchereske Arabeske:

Z. erwachte. Es war ein bitterkalter Weltfrauentag, das heißt, alle hackten auf alle ein. Allen waren die Frauen nicht mutig, nicht unkonventionell und nicht klug genug. Es wurde moniert, dass sie immer noch nicht erhaben seien über ihre Abhängigkeit von Männern und Modejournalen. Allen Billa-Verkäuferinnen wurde vorgeworfen, dass sie noch nicht Filialleiterinnen seien. Alle Frauen erklärten alle anderen Frauen für unterdrückt, bevormundet und ausgebeutet. Opferlamm etc. Z. war urschlecht drauf. Sollte sie tatsächlich aus dem Haus gehen, um dem Herrn zu dienen? Flugs schlüpfte sie in den Nerz, natürlich mit nichts drunter, und zog zum Café Prückel. Nein, heute will ich nicht den Meister in der Bildungsanstalt gegenüber sehen, sonst krieg ich noch zu hören, warum ich eigentlich noch nicht Professor bin, ich Nuss. Im Prückel gab es ganz viel bunte Illustrierte und Gala. Sieh an, dachte Z. bei sich, es gibt noch glückliche Welt-Frauen! Man sollte den Welt-Frauentag in Geld-Frauen-Tag umbenennen: Reiche Frauen sind zweifellos besser drauf als arme Männer. Geld-Frauen-Tag! Prächtige Idee! Ich werde zu Direktor K. von der R-Bank gehen und . . .

"Entschuldigen Sie, schöne Weltfrau, Ihr Pelz ist Ihnen vom Körper geglitten, da komm ich glatt in Versuchung, meine Monatspackung Viagra aus dem Fenster zu werfen!" Z. blickte in die entzückten Augen eines Mannes. "Oh!" "Darf ich mich vorstellen: Ich bin Bankdirektor und glaube zu fühlen, dass Sie Zuwendung brauchen. Darf ich Sie in meine Villa in der Braungasse bringen?" "Äh - ja - neiiin! Die Vororte dürfen nicht gewinnen!" "Wieso . . .?" "Da - Herr Ostermaier sagt, der Neokonservativismus der Geschlechterrollen widerspiegelt den Geist der Suburbs. Ich gehe nicht an den Stadtrand!" Der Herr überlegt kurz: "Nun gut - dann kaufen wir eben die Oper. Wir ziehen in die Oper." Ja, und das haben die beiden auch getan, und natürlich gab es eine heftige Ehekrise, weil Eichinger oder Knechtl den Umbau der Oper unnötig in die Länge zogen, aber zum nächsten Weltfrauentag war dann alles wieder gut.

Ihre Cosima Reif, Zufallskolumnistin
Zufall@derStandard.at

(Der Standard/rondo/18/03/2005)

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