Feinstaub so schädlich wie Passivrauchen

4. Mai 2005, 17:19
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Die Schädlichkeit der Luft in den Tiroler Ballungszentren ist für den Umweltmediziner Klaus Rhomberg Raucher-Haushalten gleichgesetzt

Innsbruck - Die Schädlichkeit der Luft in den Tiroler Ballungszentren ist für den Umweltmediziner Klaus Rhomberg mit jener zu vergleichen, der Passivraucher in Haushalten ausgesetzt sind. Rhomberg widerspricht politischen Stellungnahmen, wonach die gesundheitliche Belastung durch Feinstaub nicht bewiesen sei. Internationale Studien würden belegen, dass beim Innsbrucker Jahresmittelwert von 42 Mikrogramm für PM-10-Feinstäube (Partikel die kleiner als zehn Mikrogramm sind) Kinder ein um die Hälfte erhöhtes Risiko zu Atemwegserkrankungen haben und ihre Lungenfunktionen um vier Prozent reduziert sind.

Feinstaubpartikel unterschätzt

Unterschätzt würden bisher die noch kleineren Feinstaubpartikel, erklärt Rhomberg. PM 1 und PM 2,5 würden in Österreich kaum gemessen, seien aber als noch gefährlicher einzustufen als PM 10. Die kleineren Partikel (unter anderem Schwermetalle) würden vom Organismus aufgenommen und in den Blutkreislauf vordringen, so Rhomberg.

Greenpeace hat im Rahmen einer österreichweiten Kampagne in Tirol Messungen vorgenommen. Bei vergleichbaren Witterungsbedingungen mit Messungen in anderen Bundesländern sind die 421,3 Mikrogramm PM 10 in Wörgl einsamer Rekord. (hs, DER STANDARD Printausgabe 17.3.2005)

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