Chefarztpflichtige Präparate kosten Kassen immer mehr

16. März 2005, 18:27
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2003 19,8 Prozent der Medikamentgesamtkosten

Wien - Der finanzielle Aufwand für chefarztpflichtige Medikamente ist in den vergangenen Jahren gehörig gestiegen. Das geht aus Daten des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger hervor. Demnach betrug der Anteil dieser teureren Präparate an den Gesamtmedikamente-Ausgaben der Kassen im Jahr 1998 nur 14,8, ist dann aber bis zum Jahr 2003 (letzte verfügbare Daten) bis auf 19,8 Prozent gestiegen. Mit diesem Argument wehrt sich der Hauptverband auch dagegen, die chefärztliche Kontrolle gänzlich aufzugeben.

Nimmt man absolute Zahlen her, so wurden von der Sozialversicherung im Jahr 1998 1,6 Milliarden Euro (inklusive Mehrwertsteuer) für Arzneispezialitäten ausgegeben. Der Aufwand für chefarztpflichtige Präparate betrug damals 241 Millionen Euro. In den Jahren darauf stiegen diese Ausgaben ständig an, der absolute Höchstwert wurde dann 2003 erreicht. Da mussten die Kassen bereits 2,4 Milliarden gesamt aufwenden, 467 Millionen davon für chefarztpflichtige Medikamente. Das bedeutet, dass innerhalb von sechs Jahren der Kostenanteil dieser teureren Präparate um exakt fünf Prozentpunkte angestiegen ist.

Seit heuer gibt es nunmehr eine neue Regelung, die dem Patienten den Gang zum Chefarzt erspart. Allerdings ist der Arzt gezwungen, entweder per Fax die Bewilligung von Chefarzt einzuholen oder seine Verschreibungen genau zu dokumentieren, um eine nachträgliche Kontrolle zu ermöglichen. (APA)

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