Tödliche Rosen und fernöstliche Kampfsportler in Verona

16. März 2005, 12:55
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"Rome und Julia": Gleichsam bedrückend und beeindruckend ist die Bilderwelt, in der man in der Grazer Oper derzeit das Lieben und Sterben des berühmtesten Liebespaares der Welt vorüberziehen lässt

Gleichsam bedrückend und beeindruckend ist die Bilderwelt, in der man in der Grazer Oper derzeit das Lieben und Sterben des berühmtesten Liebespaares der Welt vorüberziehen lässt. Mit einer dunklen, schweren, zuweilen etwas brüchigen, aber letztlich konsequenten Inszenierung und Choreografie gelang dem Grazer Ballettchef Darrel Toulon eine eigene Interpretation von Sergej Prokofjews Tanzstück Romeo und Julia.

Toulon erzählt - unterstützt von Anne Marie Legenstein (Bühne und Kostüme) die Geschichte einer Liebe, die in einem Käfig von Hass zu wachsen versucht. Rosen stehen für diese Liebe: Ihre Stängel sind stählerne Gitterstäbe, durch die sich die Körper von Romeo (Michal Zabavík) und Julia (Lívia Hýllova) zueinander schlängeln, ihre blutroten Blüten tauchen erst auf, nachdem sich der Vorhang zur Gänze hebt. Am Ende erhängt sich Romeo an einer Rose.

Während fernöstliche Nunchaku-Kampfdressen vor dem Hintergrund martialischer Klänge (Grazer Philharmonisches Orchester) Sinn machen, irritieren kanarigelbe Kostüme à la "crazy hourse" am Fest.

Die Ereignisse, die zum Tod der veronesischen Teenager führen, werden nicht chronologisch erzählt, sondern in ihren inneren Zusammenhänge gezeigt. Dabei überzeugen vor allem Steffen Fuchs als Ritter, der jene erwählt, die sterben müssen, und die Japanerin Young na Hyun als Mercutio. (cms/DER STANDARD, Printausgabe, 15.03.2005)

Oper Graz
Kaiser-Josef-Platz 10, 0316/80 00
Wieder am 3. 4., 15 Uhr
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    foto: oper graz/dimov
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