
In der "Musterordination" des Kreisarztes Milan Kornfeind in Trausdorf im Burgenland wird seit 13. Dezember 2004 die E-Card anstatt des Krankenscheines erprobt.
derStandard.at: Funktioniert der Probelauf mit der E-Card?
Milan Kornfeld: Im Prinzip läuft derzeit alles recht reibungslos. Bis auf wenige Ausnahmen sind die 85 "Probeärzte" sehr zufrieden. Der Hauptverband denkt sogar darüber nach, ob nicht die anderen Kollegen der Probebezirke Neusiedl und Eisenstadt auch eingeladen werden, vor Mai in die Testphase einzusteigen.
Evelin Kaiser: Funktioniert bisher eigentlich gut.
derStandard.at: Wie groß ist die Angst der Patienten, dass die Daten auf der E-Card missbraucht werden könnten?
Evelin Kaiser: Diezbezüglich gibt es in meiner Praxis eigentlich keine Patientenaussagen. Im Gegenteil, die Patienten sind von der Vereinfachung begeistert.
Milan Kornfeld: Derzeit sind auf der Karten ja nur Name, Vorname und Versicherungsnummer gespeichert. Später verwendet der Patient die E-Card als sogenannte Schlüsselkarte, mit der er dem Arzt ausdrücklich erlauben kann, seine Daten per Anlass einzusehen, oder eben nicht.
derStandard.at: Bei der Präsentation der E-Card war von einem "Meilenstein" im Gesundheitssystem und von europäischer Vorreiterschaft die Rede. Wie schätzen Sie das ein?
Evelin Kaiser: Diese Einschätzung kann nur von Computer-Freaks geteilt werden, Otto-Normalverbraucher wird noch etwas Gewöhnungszeit brauchen. Der Vollbetrieb wird erst zeigen, ob die E-Card zum Ärgernis wird oder nicht.
Milan Kornfeld: Im Prinzip ist die E-Card eine sehr interessante Lösung, die auch international Interesse auslöst. Bei mir war beispielsweise vor kurzem ein ungarisches Fernsehteam. Ich glaube, dass die Lösung Nachahmer finden wird.
derStandard.at: Wird die Umstellung auch für ganz Österreich so gut laufen?
Milan Kornfeld: Wir werden mit viel Bauchweh beobachten, ob die Telekom und die UTA für ganz Österreich die Roll-Out Ressourcen aufbringen kann. Das wird zu Beginn vermutlich Probleme bereiten.
(Anm. der Redaktion: Zum Speisen des zentralen Computers in Wien müssen Netzwerksysteme installiert werden, die Leitungen stellen die Telekom Austria und die UTA Telekom AG zur Verfügung.) (mhe)
1. Als card vollkommen überflüssig ( eiziger nutzen, die Arzthelfer(in) ersparen sich das abtippen einer Nummer
2. Stimmt, das System an der Arztpraxis ist das eigentlich relevante
3. aus 2 folgt, das es bei der ganzen chose eigentlich nur um ein geschlossenes System einer ( landläufig nicht gerade schlecht verdienenden ) Branche geht, und die sollen sich das einfach untereinander ausmachen wie alle anderen auch.
4. der größte Beweis für die Unfähigkeit unserer Politiker und Beamten, wer für sowas fünf Jahre und mehr braucht wäre überall sonst in hohem Bogen rausgeflogen, und unser Soz.Ministerium schaltet stattdessen für Steuergelder Werbespots ( 2003/4) im TV für ein System das frühestens 2 Jahre später kommt
5. etc etc
gegen die Chip-Karte wettern, haben auch keine einzige Kundenkarte, Kreditkarte oder Bankomatkarte. Dort wird ausgewertet, kommuniziert, Profile erstellt. Aber was nehmen die Leute nicht alles in Kauf um einmal im Jahr 6 neue Glassl beim Billa oder einen Gratis Lippenstift beim Bipa zu kriegen.....
damit moeglicherweise nie wieder einen Kredit) bekommen wiel sie (k)eine Bankomat- oder irgendeine Kundenkarte haben.
Was schaetzens wie lange es dauert, bis es die obligatorische aerztl. Untersuchung fuer eine Lebensversicherung nurmehr mit vollstaendigen Labordaten und Erkrankungshaeufugkeiten etc. via e-card und die anschliessende Diskriminierung geben wird ?
js
absicherungssysteme, die zu den üppigsten der welt gehören. die sind für alle da. richtigerweise.
wenn ich grössere mengen geld investieren will, brauche ich höchstens einen immobilienmakler.
kredit krieg ich eh keinen, weil kleinunternehmer und ausländer.
Und besonders schwachsinnig ist das Argument mit dem ersparten Krankenschein: Da würde das Angeben der Versicherungsnummer auch reichen. Nein, da gehts beinhart um absolute Datenvernetzung und sonst um garnix. Kann nur raten, die Zugriffsmöglichkeit auf Gesundheitsdaten ausdrücklich zu verweigern und sich regelmäßig ein Protokoll der sonstigen Zugriffe zu besorgen. Damit nicht irgendwann der Steuerberater vom Chef weiß, wann man den letzten Aids-Test gemacht hat. Oder so ähnlich.
Was ist eine Schlüsselkarte und welche Daten werden gespeichert. Warum sollte ich dem Arzt verweigern meine Daten einzusehen? Gehts vielleicht doch in Richtung Medizin & Bankkarte in einem, wie schon angedacht. Welchen Vorteil bietet eine Karte auf der nur meine SozVersNr gespeichert ist gegenüber einem Krankenschein? Wie kann ich verhindern dass nicht doch der Arzt meine finanz.Daten einsieht oder der Mensch am Finanzamt meine med.Daten. Auch das AMS wäre sicher neugierig. PIN, na ja, aber in einem med.Notfall bei dem ich nicht ansprechbar bin, wer gibt dem Arzt dann die Erlaubnis bzw. PIN, also wirds auch ohne gehen. Es gibt einfach viel zu wenige Infos was diese Karte wirlich kann und wie sie funktioniert.
... Wie kann ich verhindern dass nicht doch der Arzt meine finanz.Daten einsieht oder der Mensch am Finanzamt meine med.Daten. ...
Wenn die einmal auf der Karte stehen wohl kaum (das ist in der Natur der Sache - jeder denkbare Missbrauch findet auch in der Praxis statt).
... in einem med.Notfall bei dem ich nicht ansprechbar bin, wer gibt dem Arzt dann die Erlaubnis bzw. PIN ...
Im Notfall hilft dir die Karte exakt nichts. Auch wenn du deine Blutgruppe eintätowiert hättest, sie wird bei der Akutversorgung neu bestimmt (ist ja auch logisch).
Wenn du spezielle Allergien hast, Transplantiert bist etc. gibt es spezielle Ausweise (für die man *keinen* Kartenleser braucht).
Sinnvoll ist die Karte nur als (späte) Verwaltungsvereinfachung!
Nachdem ich noch nie einen Krankenschein verwendet habe, und daher leider nicht weiß wie die Abrechnung damit funktioniert (hat) - mal eine dumme Frage:
Soweit ich das bis jetzt gelesen habe, steht bloß Name&Versicherungsnummer auf der "eCard". Was hat dann die eCard, im Vergleich zu einem Zettel auf dem ebenfalls Name&Versicherungsnummer steht, eigentlich für einen Vorteil??
1. Daß Sie nicht immer Krankeinscheine anfordern müssen, wenn Sie keine mehr haben. Vorteil für Patienten.)
2. Daß der Papierkram wegfällt, weil die Daten über den Arztbesuch an ein Rechenzentrum übermittelt werden. (Vorteil für die Ärzte.)
(Abgesehen davon: jemand hat mal gesagt, es gebe keine dummen Fragen. Nur dumme Antworten. :-))
Danke für die Antwort(en)!
Auf der Seite der Niederösterr. Ärztekammer (http://www.arztnoe.at) bin ich auch fündig geworden. In diesem Dokument www.arztnoe.at/localfile... /5335_.pdf werden die verschiedenen FAQs der Ärzte behandelt.
Tatsächlich ist die eCard absolut unnötig. Die Versicherungsnummer tuts im Prinzip auch (siehe Frage 51).
Die eCard dient wirklich nur dazu sich das Eintippen der Nummer zu ersparen...
Das wichtigste der "eCard" ist nicht die Card sondern das Netz an das alle Ärzte angeschlossen werden.
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