Nostalgisch und verspielt

30. Mai 2005, 16:07
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Die Trends der Fashion-Shows von Mailand, Paris und New York setzen sich in der Schuhmode für den nächsten Winter fort

Auf der weltweit größten Fachmesse für Schuhmode, GDS in Düsseldorf, werden die neuesten Schuhtrends für den nächsten Winter präsentiert.

Ob britischer Bohemienstil der zwanziger und vierziger Jahre, kühler Luxus-Chic der fünfziger und sechziger Jahre oder wilder Woodstock-Flair der siebziger Jahre - die Schuhe für die hoffentlich noch ferne nächste nasskalte Jahreszeit bieten bunte Vielfalt und verweigern sich jedem einschränkenden Trend. Doch trotz aller Freiheiten - Perfektion im Look ist angesagt, und unendlich viele Verzierungen mit Strass, Broschen, Pelz, Schleifen oder Spitze sind zugelassen.

Das Material ist bei vielen Kollektionen ein Mix aus Kroko, Tweed oder Glattleder. Selbst die aus den siebziger Jahren zurückgekehrten weißen Snow-Boots in Luchsoptik finden sich wieder in den Schaufenstern der rund 1.500 Anbieter aus 50 Ländern. Trendexpertin Claudia Schulz spricht kurz vor der Messe von einer "leicht unterkühlten Feminität" auch beim Schuh. Ganz wichtig: Bei vielen Schuhen sind die Formen runder und breiter, was ganz sicherlich einen bequemeren Auftritt ermöglicht.

Enges, spitzes und unbequemen-hochhackiges Schuhwerk ist dagegen deutlich weniger im Angebot der aus aller Welt anreisenden Hersteller zu finden. "Spitzenschuhe müssen nicht mehr unbedingt spitz sein", erklärt eine aus den Niederlanden angereiste Expertin, die in ihrem Sortiment meist runde Schuhe mit Plateau- und Keilabsätzen hat. Rustikal und gleichzeitig jung wirken Stiefel mit Holzplateau oder eingearbeiteten Strickbünden.

Die Herren mögen's männlich-rustikal mit Farmer-, Trapper- oder Westernstiefeln und Mokassins mit markanten Kreppsohlen. Die Farbpalette der Schuhdesigner schwelgt förmlich in warmen Beerentönen, in Moos- oder Erbsengrün und macht selbst vor Metalliceffekten und Glanz von Gold bis Bronze nicht Halt.

Doch können sich die Herren auch als Gentlemen beweisen, meint Trendexpertin Schulz. Denn auch hier gibt es die nostalgische Note, seitliche Schnallen etwa oder Stiefeletten-Schäfte, aber auch den klassischen Schnürschuh, der allerdings im Vergleich zu den letzten Wintern etwas länger wirkt. Zu klassischen Ledervarianten kommen verstärkt Reptilprägungen, die Sohlen sind vor allem markant und randbetont. (apa/red)

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