Weiblicher Wahlkampfauftakt

4. Mai 2005, 14:06
33 Postings

Trotz Abschaffung der Bundesvertretung: VSSTÖ und GRAS präsentieren ihre Spitzenkandidatinnen - Beide setzen auf Fortsetzung der grün-roten Koalition

Wien – Mit den Schlagworten "Anmeldelotto", "überfüllte Lehrveranstaltungen" oder "Rausprüferei" bringt die am Dienstag präsentierte VSSTÖ- Spitzenkandidatin Barbara Blaha (21) die massivsten Probleme vieler Studenten auf den Punkt. Ihre wesentliche Forderung: mehr Studienplätze. Es gebe nämlich nicht zu viele Studierende, sondern zu wenig Geld. "Das ist politischer Wille und kein Naturgesetz", appelliert die Germanistik-Studentin ans Bildungsministerium und verlangt 100 Millionen Euro Soforthilfe für bessere Studienbedingungen.

Frei nach dem Motto "Uns stinkt's", will Blaha dafür sorgen, dass die ÖH-Wahl am 31. Mai "die erste "Umfärbeaktion wird, die nicht funktioniert".

Blaha, selbst Stipendienbezieherin, fordert den Ausbau des Stipendiensystems und will im Wahlkampf auf Vollkontakt mit den Studenten gehen. Auf die Frage, ob sie sich damit eine höhere Wahlbeteiligung erhofft (2003: 29, 90 Prozent), scherzt sie: "Ich habe einen Masterplan."

Blaha strebt eine Fortsetzung der "bewährten" Partnerschaft mit den Grünen alternativen Studenten (GRAS) an, die ihre Spitzenkandidatinnen direkt nach Blahas Kampfansage an Elisabeth Gehrer vorstellten. Auch Rosa Netwich-Bouchal (27) und Doris Gusenbauer (22) – beide sind seit 2003 in der ÖH aktiv – trotzen dem neuen Hau- Ruck-Gesetz und wollen stimmenstärkste Fraktion (2003: 14 Mandate von 45 in der Bundesvertretung) bleiben. Selbstbewusst und unter dem Slogan "widerständig & lebendig" bringen sie ihre Anliegen aufs Tablett: den freien Hochschulzugang EU-weit als "Menschenrecht" zu propagieren und die weibliche Entfaltungsmöglichkeit an den Unis zu fördern. Auch ein konsumfreier "Lebensraum, von Studierenden, für Studierende" (Nentwich-Bouchal) soll geschaffen werden.

Sowohl Blaha als auch das emanzipierte GRAS-Duo stellen sich am 31. Mai der Wahl und ringen um die 12 Mandate, welche die Hauptuni im Studentenparlament innehat. Während die VSSTÖ an allen 21 Unis antritt, buhlt die GRAS nur an elf um Wählerstimmen. Denn: "Demokratie ist kein Spiel. Wir kandidieren nur dort, wo gute Leute für uns aktiv werden", stellt Gusenbauer klar. (Bettina Reicher, Georg Horvath/DER STANDARD-Printausgabe, 16.3.2005)

  • Auch wenn es keine Bundesvertretung mehr gibt: Rosa Netwich-Bouchal und Doris Gusenbauer treten als Spitzenkandidatinnen für die GRAS, Barbara Blaha für den VSStÖ an.
    fotos: standard/cremer

    Auch wenn es keine Bundesvertretung mehr gibt: Rosa Netwich-Bouchal und Doris Gusenbauer treten als Spitzenkandidatinnen für die GRAS, Barbara Blaha für den VSStÖ an.

Share if you care.