ZDF verweist EU auf ORF

6. Mai 2005, 18:30
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Streit um Sportrechte für TV-Gebühren

Im Wettbewerbsstreit der EU mit den deutschen TV-Anstalten zeichnet sich der zentrale Konfliktpunkt ab: gebührenfinanzierte Sportrechte, vor allem exklusive.

Nach einem Treffen mit EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte ZDF-Chef Markus Schächter Montagabend über Kroes' Vorstellungen dazu: "Das geht grundsätzlich nicht." Für Schächter kommen Auflagen für die Finanzierung von Sportrechten nicht infrage: "Das ist ein Eingriff in die Programmautonomie, wehret den Anfängen."

Die Kommission wolle Deutschland mit zwei öffentlich-rechtlichen Sendern einen Sonderstatus bei Sportrechten zuschreiben. Er hält dagegen, ARD und ZDF erwerben Rechte gemeinsam wie die italienische RAI mit drei Kanälen oder der ORF mit zwei Kanälen. Brüssel störten 28 Prozent Marktanteil in Deutschland mehr als die 51 Prozent der RAI oder die 60 Prozent des ORF: "Hier gibt es ein Problem, das wir nicht verstehen."

Der ORF finanziert sich freilich nur zu rund 50 Prozent aus Gebühren, die deutschen Anstalten zu gut 90 Prozent. Der ORF kann eher argumentieren, er zahle Sportrechte mit Werbeeinnahmen. Und jene für die Bundesliga halten derzeit Premiere und ATV+.

Das stört nicht die EU, aber T-Mobile: Laut "Wirtschaftsblatt" will der Sponsor seine zwei Millionen Euro pro Jahr wegen weniger TV-Publikum deutlich reduzieren. (fid, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 16.3.2005)

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