VSStÖ will wissen, was den Studierenden stinkt

18. Mai 2005, 19:20
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Forderungen nach offenem Hochschulzugang und Verbesserung der Studienbedingungen

"Es gibt nicht zu viele Studierende, sondern zu wenig Geld." Mit dieser Grundüberlegung geht die heute, Dienstag, vorgestellte Spitzenkandidatin des Verbands Sozialistischer StudentInnen Österreichs (VSStÖ) Barbara Blaha (21) in den Wahlkampf zur Wahl der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), die vom 31. Mai bis 2. Juni stattfindet. Erste Forderung ist eine Soforthilfe von 100 Millionen Euro. Gegen "Zugangsbeschränkungen nach dem Prinzip der Zermürbung" will der VSStÖ durch politische Verhandlungen vorgehen und sie durch ein starkes Serviceangebot mildern.

Offener Hochschulzugang, mehr Chancen für Frauen, eine Verbindung von Service und Politik, der Ausbau der sozialen Absicherung und Chancengleichheit für ausländische Studierende - das sind die fünf zentralen Wahlkampfthemen des VSStÖ. Die Studiengebühren sollen abgeschafft und das Stipendiensystem ausgebaut werden. "Seit sechs Jahren wurden die Stipendien nicht mehr der Inflation angepasst", ärgert sich Blaha.

Unter dem Motto "Sag uns, was dir stinkt" hat der VSStÖ die Studierenden nach konkreten Mängeln an den Universitäten gefragt. "Seit Semesterbeginn haben wir über zweihundert Beispiele für die miserablen Studienbedingungen gesammelt", so Blaha, "und für jedes dieser Probleme ist letztlich Ministerin (Elisabeth) Gehrer verantwortlich." Hürden sind u.a. Lehrveranstaltungsmangel, Nicht- oder Falschbeurteilungen von Prüfungen und langwierige Bürokratie bei der Stipendienvergabe.

Durch die Abschaffung der Direktwahl des Studierendenparlaments, der ÖH-Bundesvertretung, seien die Voraussetzungen für den VSStÖ schlecht, meinte die Bundesvorsitzende Andrea Brunner. Das Bildungspolitische Referat der ÖH arbeite an einer Klage gegen das Gesetz. Außerdem wirft der VSStÖ dem Bildungsministerium vor, mit falschen Studierendenzahlen gerechnet zu haben. Laut den von ihnen recherchierten Zahlen müssten die Universität Wien und Klagenfurt jeweils ein Mandat mehr, also 13 statt 12 bzw. zwei statt eins, erhalten.

Der VSStÖ will bei den bevorstehenden Wahlen an allen Unis für die Universitätsvertretung kandidieren. Überlegt wird auch die Bildung von Listenverbänden. Bei der letzten ÖH-Wahl hat der VSStÖ mit 20,38 Prozent der Stimmen zehn Mandate in der 45 Sitze umfassenden Bundesvertretung erzielt und stellt in einer Koalition mit den Grünen und Alternativen StudentInnen die ÖH-Exekutive. (APA)

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