Junger Esprit auf der Zielgeraden

31. Mai 2005, 12:16
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Rund 130 Homepages der Cyberschool-Teilnehmer befinden sich schon im Rennen, Spätzündern bleiben noch drei Wochen zum Mitmischen

Wien/Perg/Dornbirn/Klagenfurt - Der Schüler aus der letzten Reihe ist unauffindbar. Weder die Telefonvermittlungszentrale, noch seine ehemaligen Schulkollegen wissen Bescheid - so finden die Klassentreffen ohne ihn statt. In Hetzendorf gestalten sich solche Szenen anders, denn mit einem Mausklick sind alle Beteiligten eingeladen.

Dieses Tool ist ein Teil der umfangreichen Homepage, die nach fünfjährigem Engagement von Schülern der dritten Klasse des International Business College (IBC) Hetzendorf erste Ergebnisse zeigt. "Dieses Schülerprojekt ist inzwischen so gut geworden, dass es immer weiterlebt", sagt der betreuende Lehrer Gerhard Lechner. "Die Schüler können sich damit identifizieren - jedes Jahr wird mehr darin investiert." Die Förderung der Jüngsten im Umgang mit neuen Medien gelingt dem interaktiven Wettbewerb mit bis dato 20 Einreichungen in der Kategorie "Juniors". Insgesamt messen sich rund 130 Beiträge miteinander - bis 1. April läuft die Anmeldefrist für neue Projekte.

Irina Slosar, Projektleiterin des größten österreichischen Wettbewerbs in Sachen neue Medien, erwartet noch "rund ein Drittel" an zusätzlichen Einreichungen. Neben den - unter 14-jährigen - "Juniors", unterscheidet man zwei weitere Kategorien abhängig von Alter und Wissen der Schüler. Internetfreaks ab der neunten Schulstufe fallen in die Kategorie "Classics" und die Herausforderung für die jungen Cyber-Profis heißt "Technics". Eine Expertenjury nominiert die zehn besten Beiträge jeder Kategorie für die Landesmeisterschaften. Um Mädchen zusätzlich zu fördern, werden ihre Projekte in der Kategorie "Girls Only" prämiert.

Funkelnder Gewinn

Mit einem enormen Arbeitsaufwand von 220 Stunden pro Person der vierköpfigen Mädchengruppe, blickt Eva Wimmer (18), Schülerin der HAK Perg, zufrieden auf ihr Werk "Marketing und Werbekonzept für den Juwelier Edthaler". Nach einem Dreivierteljahr sei das Ergebnis gewinntauglich: "Wir haben etwas sehr Sinnvolles gemacht, nicht irgendwas Realitätsfremdes. Unser Projekt kann angewendet werden." In der von Burschen dominierten Klasse der HTL für Betriebsinformatik Dornbirn, müssten die Mädels zusammenhalten, erklärt Veronika Lindner (18) - auch ihr Projekt wurde allein von Mädchen gestaltet.

Im Rahmen des Informatikunterrichts entwickelte das Team eine Ärztehomepage mit einem besonderen Atout: "Der Administrator kann die Homepage mit durchschnittlichen Computerkenntnissen aktualisieren", erläutert Veronika, denn so vermeide man die Abhängigkeit des Homepagebesitzers vom Programmierer. Die Erfahrungen bei der Erstellung der Homepage seien sehr positiv gewesen: "Wir machen viel Teamwork in der Schule, was viele Vorteile hat." Differenzierter sieht dies Julia Gebetsberber (18) aus der HTL Mössingerstraße in Klagenfurt. Sie entwickelte ihr Technics-Projekt allein: "Ich habe so meine Vorstellungen. Mich mit anderen abzustimmen, dauert ewig." (Louise Beltzung, Isabella Hager/DER STANDARD-Printausgabe, 15.3.2005)

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