Ein USB-Stick kann eine Firma ruinieren

14. Juli 2005, 19:46
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Sicherheit muss bei mobilen Endgeräten anfangen - Auch die deutsche Bundeswehr lässt Notebooks verschlüsseln

USB-Sticks sind ein praktisches Geschenk. Sie passen in jede Hosentasche und speichern auf einfache Weise viele Daten. Den Sicherheitsbeauftragten vieler Firmen läuft aber bei ihrem Anblick ein kalter Schauer über den Rücken. Ein USB-Stick könne aber leicht ein ganzes Unternehmen ruinieren, sagt der Vorstandsvorsitzende der Sicherheitsfirma Utimaco, Martin Wülfert. So könne ein unzufriedener Mitarbeiter vor dem Wechsel zur Konkurrenz gleich die ganzen Kundendaten mitgehen lassen.

Softwarelösung

Den massenhaften Diebstahl und Missbrauch von Daten sollen die Softwarelösungen von Utimaco verhindern. Und dazu gehört auch der Schutz der USB-Schnittstelle, wie Wülfert im Gespräch auf der Cebit erklärt. Mit dem Programm SafeGuard lasse sich unter anderem festlegen, welcher Mitarbeiter welche Geräte benutzen, welche Daten er lesen und welche er speichern dürfe. Und das gilt natürlich nicht nur für den USB-Stick, sondern auch für alle andere Speichermedien.

20.000 Notebooks bei der Bundeswehr

Der Schutz vor dem Datendiebstahl werde auch in der Wirtschaft immer wichtiger, weil der Wert einer Firma in zunehmenden Maße in ihrem Wissen liege, sagt Wülfert. Da inzwischen aber viele wichtige Daten nicht nur in der Firma lagern, sondern auch auf tragbaren Endgeräten wie Notebooks oder PDAs gespeichert sind, sichert Utimaco auch diese Geräte. Zu den Kunden der Firma gehören Banken, Versicherungen, Behörden, Handels- und Industrieunternehmen sowie Geheimdienste und die Streitkräfte. So sichert Utimaco auch 20.000 Notebooks bei der Bundeswehr.

In diesen hochsensiblen Bereichen müssen die Daten so verschlüsselt sein, dass jeder Zugriff von Unbefugten ausgeschlossen ist. So lässt sich eine richtig gesicherte Festplatte - zum Beispiel aus einem gestohlenen oder verlorenen gegangenen Notebook - auch dann nicht lesen, wenn sie ausgebaut und in ein ungesichertes Gerät eingebaut wird. Der richtig gesicherte PDA eines Managers habe für den Dieb nur Schrottwert, erklärt Wülfert.

Wachstum

Das Geschäft mit der Sicherheit gehört in der IT-Branche zu den stärksten Wachstumsbereichen. Wülfert sieht dafür zwei Gründe. So wachse das Bewusstsein für die Bedeutung von Schutzmaßnahmen, zugleich nehme die Mobilität zu. Dabei seien bislang gerade einmal zehn Prozent der Notebooks geschützt, sagt Wülfert. Aber auch er räumt ein, dass es den hundertprozentigen Schutz vor dem Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen nicht geben könne. Denn auch wenn alle Daten gesichert seien, bleibe immer noch das Wissen, das der unzufriedene Mitarbeiter in seinem Kopf habe und das er mit zur Konkurrenz nehmen könne.(APA/AP)

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