Von Dominik Kamalzadeh

14. März 2005, 21:37
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Fluchtpunkt: "Volver la Vista" Fridolin Schönwieses neuer Dokumentarfilm widmet sich Österreichern, die sich in Mexiko niedergelassen haben, aber auch Mexikanern, die es nach Österreich verschlagen hat. Eine Verschränkung, die noch weiter getrieben wird, um neue Blickweisen auf das Eigene zu generieren: Die Protagonisten sprechen in ihrer neuen Sprache über ihre alte Heimat, darüber hinaus werden die Kameramänner gewechselt - ein Österreicher filmt Mexiko und umgekehrt.
Di, KIZ, 18.30; Wh: Fr, 21.00

Euthanasie: "Mein Mörder" Einer der nicht allzu vielen Versuche eines ernsthaften ORF-Fernsehfilms, inszeniert von Elisabeth Scharang (Normale Zeiten): Über drei Jahrzehnte hinweg entwirft sie das Drama um einen Buben, der zur Zeit des Nationalsozialismus von seinem Volksschuldirektor in die Euthanasie-Anstalt "Am Spiegelgrund" eingewiesen wird, in den 50er-Jahren seinen damaligen Peiniger wieder trifft, bis es ihm schließlich in den 70ern gelingt, diesen vor Gericht zu bringen.
Mi, Schubert 1, 18.00

Historisch: "Desire Times Five" Ein Programm des Österreichischen Filmmuseums, das sich mit Bildern von Sexualität befasst: Zu sehen sind zwei Trailer aus dem Jahr 1929, die mit den langen Beinen von Marlene Dietrich werben, Teile des Stummfilms Das Kind des Teufels, in denen eine exotische Zirkustänzerin Männer ins Verderben stürzt, sowie Dietmar Brehms Bearbeitung eines Pornofilms, Camera Girls (London 1966), und Bruce Connors Marilyn Times Five: die nackte Monroe als kollektive Männerfantasie im Loop.
Do, KIZ, 11.00

Omnibus: "Über die Grenze" Fünf Regisseure und Regisseurinnen aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien entwerfen, kurz vor dem EU-Beitritt, eine Momentaufnahme ihres Heimatlandes. Ein polnisches Dorf auf einstmals deutschem Boden, ein tschechisches Nest, in dem Glücksspiel und Prostitution grassiert, Grenzwachen in der Slowakei, zwei Roma unterwegs sowie slowenische Fischer an der Adria.
Fr, Royal, 18.00; Wh: So, KIZ, 13.30

Porträts: 3 Filme von Wilhelm Gaube Joerg Burger hat den Filmemacher Wilhelm Gaube in In Wirklichkeit ist alles ganz anders - ebenfalls auf der Diagonale zu sehen - unlängst mit einem Porträt gewürdigt. Ergänzend dazu zeigt das Festival nun drei Künstlerporträts von Gaube: Martha Jungwirth, in dem sich die Malerin dem anekdotischen Blick verweigert, Ringel - im Gespräch mit Joe Berger - und Johannes Koller, inmitten seiner Arbeitsmaterialien.
Sa, KIZ, 16.00

Synchron: "Der Traum vom Schweben"Das Trio "Aqua libido" steht im Mittelpunkt von Barbara Gräftners Dokumentarfilm: Drei homosexuelle Männer, die im Synchronschwimmen ihre Erfüllung gefunden haben. Die kultische Verehrung der schwulen Community ist ihnen nicht genug: Die Sportler wollen an den Wettkämpfen teilnehmen, die Frauen vorbehalten sind.
So, Schubert 1, 18.00
(DER DIAGONALE STANDARD, Printausgabe, 15.03.2005)

  • "Volver la Vista"
    foto: diagonale

    "Volver la Vista"







  • "Mein Mörder"
    foto: diagonale

    "Mein Mörder"





  • "Desire Times Five"
    foto: diagonale

    "Desire Times Five"




  • "Über die Grenze"
    foto: diagonale

    "Über die Grenze"



  • 3 Filme von Wilhelm Gaube
    foto: diagonale

    3 Filme von Wilhelm Gaube



  • "Der Traum vom Schweben"
    foto: diagonale

    "Der Traum vom Schweben"

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