Großbritannien will Delphin-Schutz auf EU-Ebene verbessern

18. März 2005, 16:21
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Änderungen an Fischernetzen ohne großen Erfolg

Brüssel - Großbritannien hat mit deutscher Unterstützung auf EU-Ebene einen neuen Anlauf für den Schutz der heimischen Delphine in der Seefischerei unternommen. Beim Wolfsbarsch-Fang würden im Ärmelkanal immer wieder Delphine in Spann-Netzen umkommen, sagte der Staatssekretär im deutschen Agrar- und Verbraucherministerium, Alexander Müller , am Montag in Brüssel.

Änderungen an den Netzen hätten zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt. Die EU-Kommission sei daher von Großbritannien aufgefordert worden, Hilfe beim Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) anzufordern. Deutschland habe diese Forderung im EU-Ministerrat unterstützt, sagte Müller.

Fangtechniken ändern

Der als Wolfsbarsch, Salmbarsch oder Seewolf bezeichnete Fisch stammt häufig aus Aquakulturen im Mittelmeerraum oder wird im Atlantik wild in Netzen gefangen, die zwischen zwei Schiffen gespannt werden. Wegen der Gefahr dieser Fischereitechnik für die Delphine habe Großbritannien die Fangtechnik bereits in der eigenen Zwölf-Meilen-Zone verboten, berichtete Müller.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zitierte englische Wissenschafter, wonach im Ärmelkanal jährlich mehr als 2.000 Delphine qualvoll in den Fischernetzen ertrinken. Das gefährdet den Bestand ernsthaft, der sich nach Untersuchungen der Gesellschaft für den Schutz von Walen und Delphinen (WDCS) im Ärmelkanal auf etwa 9.700 Delphine beläuft. (APA/AFP)

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    foto: reuter
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