Hintergrund: Gewinne für Rot und Grün durchgängiger Wahltrend seit 2000

14. März 2005, 16:07
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FPÖ mit Ausnahme Kärntens im Minus - Auf und Ab bei ÖVP - Mit Infografik

Wien - Die gestrigen Gemeinderatswahlen in der Steiermark fügen sich nahtlos in das Bild der bisherigen Wahlen seit Schwarz-Blau: Bei fast allen Bundes- und Landeswahlen seit dem Jahr 2000 haben die beiden Oppositionsparteien Gewinne verbucht, auch wenn dabei trotzdem nicht überall die Wahlziele erreicht wurden. Die Grünen haben durchwegs bei allen Wahlen ein Plus vor dem Ergebnis stehen. Die SPÖ musste nach der Nationalratswahl 1999 noch eine Niederlage einstecken, nämlich bei der steirischen Landtagswahl im Jahr 2000; seither hat aber auch sie überall dazu gewonnen.

Genau umgekehrt ist es bei der FPÖ, deren Talfahrt vom historischen Hoch bei der Nationalratswahl 1999 von 26,9 Prozent ungebremst weiter geht. Seit der Nationalratswahl 2002 fielen die Verluste durchwegs zweistellig aus, bei den beiden letzten Gemeinderatswahlen in Niederösterreich und der Steiermark betrugen sie zwischen fünf und sechs Prozentpunkten. Von einem niedrigen Stand ausgehend, bedeutete das aber trotzdem in etwa eine Halbierung. Einzige Ausnahme war die Kärntner Landtagswahl am 7. März 2003, bei der Jörg Haider mit einem Plus von 0,37 Prozentpunkten den Landeshauptmannsessel erfolgreich verteidigt hat.

Berg- und Talfahrt

Einer Berg- und Talfahrt gleichen die Ergebnisse der ÖVP. Verluste setzte es bei den Landtagswahlen im Burgenland im Jahr 2000 sowie in Kärnten und Salzburg 2004, wobei letztere mit dem Verlust des Landeshauptmannes an die SPÖ besonders schmerzlich war. Im Oberösterreich konnte die ÖVP 2003 den Landeshauptmann gegen die SPÖ nur mit Unterstützung der Grünen verteidigen. Herausragend im positiven Sinne für die ÖVP waren neben der Nationalratswahl 2002 mit Platz eins und einem Plus von 15 Prozentpunkten die Landtagswahlen in der Steiermark 2000 mit einem Plus von elf Prozentpunkten sowie in Niederösterreich 2003 und Vorarlberg 2004 mit jeweils einer absoluten Stimmenmehrheit.

Für die SPÖ herausragend waren die absolute Mandatsmehrheit in Wien 2001 und die relative Mehrheit in Salzburg, die Gabi Burgstaller den Landeshauptmannssessel brachte, sowie das Plus von 11,3 Prozentpunkten 2003 in Oberösterreich. Die Nationalratswahl 2002 brachte der SPÖ zwar ein Plus von 3,4 Prozentpunkten, aber trotzdem nur Platz zwei hinter der ÖVP. Ähnlich verlief Kärnten - auch hier reichte ein Plus von 5,6 Prozentpunkten nur zu Platz zwei hinter der FPÖ.

Rot im Kalender angestrichen haben sich die Grünen sicherlich die Landtagswahl in Tirol, wo sie sich auf 15,6 Prozent nahezu verdoppeln konnten. Die EU-Wahl brachte den Grünen mit einem Plus von 3,6 Prozentpunkten auf 12,9 Prozent den größten Zugewinn aller Parteien. Ebenfalls mehr als zwölf Prozent schafften die Grünen 2001 in Wien. (APA)

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