Frankreich: Regierung plant gerichtliche Schritte gegen "antisemitischen" Roman

18. März 2005, 21:14
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"Pogrom"-Autor Benier-Bürckel weist verletzende Absichten zurück: "Ich wollte mit diesem Roman eine Überlegung zum Bösen anstellen"

Paris - Die französische Regierung erwägt rechtliche Schritte gegen den Roman "Pogrom" (Edition Flammarion) des französischen Schriftstellers Eric Benier-Bürckel, dem antisemitische Inhalte vorgeworfen werden. Dies kündigte Premier Jean-Pierre Raffarin (UMP) am Sonntag an. Zuvor werde man allerdings eine Expertise des Justizministeriums abwarten, die von Innenminister Dominique de Villepin (UMP) angefordert worden sei, erklärte Raffarin im Radiosender "Radio J".

Autor: Roman ist eine "Überlegung zum Bösen"

Der Autor des Buches, Eric Benier-Bürckel, betonte unterdessen, dass es ihm fern gelegen sei, "wen auch immer zu verletzen". "Ich wollte mit diesem Roman eine Überlegung zum Bösen anstellen", sagte der 33-Jährige und fügte hinzu: "Der Roman inszeniert literarische Gestalten und schockierende Aussagen, die ich auf persönlicher Ebene radikal verurteile".

Raffarin: "Respekt vor der Würde durchsetzen"

Raffarin hingegen: "Ich glaube, dass die Meinungsfreiheit ein strukturierendes Element unseres republikanischen Paktes ist, aber ich glaube wirklich, dass man nicht zögern darf, den Respekt vor der Würde durchzusetzen", meinte der konservative Regierungschef und fügte hinzu: "Die Meinungsfreiheit muss enden, wenn sie die Würde eines Anderen angreift."

Premier Raffarin hatte Anfang März vom Innenministerium einen Bericht erhalten, in dem auf die antisemitischen Inhalte des Romans hingewiesen wird. In dem Bericht wurde ein verwaltungsmäßiges Verbot zu Gunsten einer gerichtlichen Verfolgung des Buches ausgeschlossen. (APA)

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