Ente mit viel Vermögen

19. Juli 2005, 10:34
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Weltgeschichte des Reichtums in einem fundiert recherchierten und locker geschriebenen Werk - Ein Buchtipp

Der deutsche Autor Detlef Gürtler unternimmt in diesem fundiert recherchierten und locker geschriebenen Werk einen Streifzug durch 3000 Jahre Kulturgeschichte des Reichtums. Dagobert Duck, steinreicher Bürger Entenhausens, lieh dem Buch seinen Namen. Der Titel ist trefflich gewählt: Die vom Verfasser ausgewählten historischen wie auch gegenwärtigen Multimilliardäre sind ausschließlich Männer.

Die Reise des Autors durch die Welt der Vermögenden beginnt im alten Ägypten, führt nach Griechenland, Rom, Arabien, China, macht Halt in den Hansestädten, verweilt bei den Conquistadores, führt nach Indien und endet schließlich in der Gegenwart: bei Rothschild, Rockefeller, Neckermann, Flick, Buffett, Murdoch, Soros, Taylor, Gates - den Superreichen der Neuzeit. Bill Gates ist für den Autor überhaupt der "Dagobert des 21. Jahrhunderts".

Kurzweilig, unterhaltsam und unkompliziert, dabei stilsicher und fachlich kompetent, gewährt Gürtler Einblick in die Welt der Reichen, Reicheren, Reichsten. Wobei er aber nicht auf die Besitzlosen, Versklavten, Ausgebeuteten vergisst. Deren Schicksal verdanken schließlich viele "Dagoberts" ihren unermesslichen Reichtum.

Nebenbei lässt sich bei der Lektüre auch noch historisches Wissen auffrischen. (Der Standard, Printausgabe, 12./13. 3. 2005)

Von
Barbara Forstner

Detlef Gürtler.
Die Dagoberts.
Eine Weltgeschichte des Reichtums - von Krösus bis Bill Gates.
Eichborn Verlag 2005.
Preis: 22,90 Euro
  • Artikelbild
    bild: buchcover/eichborn
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