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market-Studienleiter David Pfarrhofer verweist darauf, "dass offenbar ein beachtlicher Teil der Österreicher die aktuellen politischen Entwicklungen so wenig verfolgt, dass die reine Wissensfrage, welche Parteien in der Bundesregierung vertreten sind, nicht richtig beantwortet werden kann. Da stellt man dann auch fest, dass 18 Prozent meinen, die SPÖ stelle derzeit Mitglieder der Bundesregierung, obwohl das bekanntlich seit fünf Jahren nicht mehr der Fall ist. Sieben Prozent meinen sogar, dass die Grünen mitregieren."
Acht Prozent konnten in der market-Umfrage keine einzige Partei als Regierungspartei benennen. Besonders stark ist das politische Unwissen bei jüngeren und bildungsfernen Befragten verbreitet: Dort wird die SPÖ in hohem Maße als Regierungspartei gesehen und die FPÖ besonders schwach wahrgenommen.
Auffallend sei auch, dass etwa jeder fünfte deklarierte SPÖ-Wähler die SPÖ als Teil der Bundesregierung vermutet; dasselbe gilt auch für jeden siebenten ÖVP-Wähler.
ÖVP und SPÖ liegen auch deutlich vorne, wenn es um die Frage geht, welche Parteien in einer künftigen Bundesregierung Ministerposten besetzen sollen: 62 Prozent wollen, dass die ÖVP in der Regierung vertreten ist, 39 Prozent sagen dasselbe von der SPÖ.
17 Prozent nennen allerdings gar keine der vier Parlamentsparteien als wünschenswerte Regierungsparteien.
Pfarrhofer: "Wir haben nicht klar nach Koalitionsmodellen gefragt, aber der Wunsch nach einer Regierungsbeteiligung der ÖVP und in etwas geringerem Maße der SPÖ ist sehr deutlich."
Wobei Pfarrhofer den Wunsch, die ÖVP in der nächsten Regierung zu haben, relativiert: "Die Leute nehmen gerne an, dass das Gewohnte weitergehen soll, daher bekommen die derzeitigen Regierungsparteien in dieser Fragestellung einen besonders großen Bonus. Selbst die FPÖ, die ja in allen Umfragen unter zehn Prozent liegt, wird im Sinne der Kontinuität von jedem dritten ÖVP-Wähler, aber auch von jedem siebenten SPÖ-Wähler in der nächsten Regierung gewünscht."
Wenig Wechselwille
Ein weiteres Indiz ergibt sich aus den Antworten auf die Frage: "Haben Sie den Eindruck, dass sich unser Land so alles in allem in die richtige Richtung entwickelt oder ist dies eher nicht der Fall?"
[] 57 Prozent sagen, das Land entwickle sich richtig - ein scharfer Kontrast zu den 39 Prozent, die diese Meinung im von Streiks und Pensionsreform geprägten Herbst 2003 vertraten.
[] 37 Prozent sagen, die Richtung wäre "eher nicht" richtig, aber selbst bei Oppositionswählern ist die Mehrheit für diese Haltung nicht sehr groß. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 14.3.2005)
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Die Interviewfragen waren vermutlich so blöd formuliert, dass ein paar die falsche Antwort gegeben haben - wider besseres Wissen. Oder sie haben nicht ordentlich zugehört und die Interviewer haben mit ihrem 6-Euro-die-Stunde- Gehalt nicht nachgefragt.
Menschen, die sich nicht für Politik interessieren, weigern sich im allgemeinen, an Telefonumfrahen teilzunehmen.
Das heißt deswegen nicht, dass wir nicht in einem vertrotteltem Land leben. Aber diese Umfrage beweißt es nicht.
Das sieht ja fast wie bei der letzten Nationalratswahl aus.
Da schien die SPÖ auch lange Zeit uneinholbar in Führung zu liegen; aber auch damals sagten ca. 55 Prozent, dass die Richtung, welche die Regierung vorgegeben habe, stimme.
Wenn man sich dann noch die vielen Leute anschaut, welche die ÖVP in der Regierung haben wollen, stimmt das nachdenklich.
Die werden wohl im Wahlkampf wieder die Frechheit haben, sich als die einzige "stabile Kraft" zu verkaufen.
Und vor Rot-grün warnen.
Vor den Freiheitlichen brauchen sie nicht zu warnen, denen hat man ja lange genug zuschauen können.
Vermutlich glauben dann wieder viele ÖsterreicherInnen, dass sie mit einer Stimme für die ÖVP das bekommen, was sie haben wollen:
Eine große Koalition.
es Poster gibt, die bei Ergebnissen von Wahlen (z.B. nö Landwirtschaftskammer) oder Umfragen (wie dieser hier), die ihnen nicht passen, immer das Volk/die Wähler etc für blöd erklären. Bei Ergebnissen, die ihnen gefallen (z.B. heiße 43,33 Prozent für die SP) ist natürlich alles eitel Wonne. Ich rege trotzdem an, dass sie in sich gehen sollten. Wenn 62 Prozent die ÖVP in einer Regierung haben wollen und nur 39 Prozent die SPÖ, würde ich mir als SP-ler überlegen, ob ich nicht was falsch gemacht habe.
Schon vor der letzten NR-Wahl war für mich klar (und hab ich auch gepostet), dass die SP-Spitzen und treuen Funktionäre in einer anderen Welt leben. Das Wahlergebnis hat es ihnen gezeigt. Dieses Umfrageergebnis zeigt es wieder.
Im Sinne der materiellen Spass-Gesellschaft wunderts mich eigentlich nicht so sehr, andererseits ist solche Dummheit bzw Desinteresse schon fast beschämend. Frage mich ob die Untersuchung auch nicht zu selektiv war. Politische Umfragen in Discos oder bei "Piss-Parties" würden wohl ähnliche Ergebnisse liefern.
So wundert einem also nicht dass auch die ÖVP immer noch so hohe Umfragewerte hat: die verkaufen Ihren Unvermögen dank unserer Steuern ja auch prächtig über die Medien.
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