Russland: SMS und Internet statt Hammer und Sichel

21. März 2005, 10:20
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Sjuganow will russische KP als Marke verkaufen

Mit neuen Mitteln der Propaganda will sich die Kommunistische Partei Russlands an die Jugend des Landes richten. Der stellvertretende Vorsitzende Iwan Melnikow forderte auf einem Parteitag am Samstag in Moskau, dass die Botschaft der Partei mit SMS-Mitteilungen und Internet-Botschaften ins Volk getragen werden sollte.

"Esemeski"

Die Mitglieder der KP-Jugendorganisation könnten doch Kurzmitteilungen mit "politischen Witzen oder Versen" auf die Mobiltelefone von Bekannten schicken, darin auf Veranstaltungen aufmerksam machen und die Empfänger bitten, die SMS-Botschaften weiterzuverschicken, schlug Melnikow vor. Der Versand von "esemeski", wie die SMS auf Russisch genannt wird, ist vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt geworden.

Zielgruppe

Parteichef Gennadi Sjuganow sagte, die Partei sollte auf ihren Kundgebungen überholte Slogans fallen lassen und sich in der Sprache ihrer Propaganda an bestimmte Zielgruppen anpassen, wie die Nachrichtenagentur ITAR-Tass meldete. Sjuganow ging gleich mit gutem Beispiel voran, indem er in Anlehnung an die Sprache des Kapitalismus verlangte, die Kommunistische Partei als Marke zu verkaufen. Einzig die Dauer von Sjuganows Rede blieb noch der Tradition verhaftet: Der KP-Chef sprach eineinhalb Stunden lang.(APA/AP)

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