"Schlüssel zur Zukunft"

10. Oktober 2005, 13:08
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Wertschätzung ist für Hannah Rieger, Kommunikationschefin der Investkredit, die Basis für Entwicklungsprozesse. Im Geschäftsbericht ist das als "Erfolgsfaktor" ausgewiesen.

"Eine gelebte Kultur der Wertschätzung nach innen und außen" weist Hannah Rieger, Leiterin der Corporate Communication der Investkredit Bank AG, als einen zentralen Erfolgsfaktor im Geschäftsbericht 2004 - er beinhaltet das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte - aus.

"Wertschätzende Akzeptanz", so Rieger, "ist für mich der Schlüssel zu den Zukunftsmöglichkeiten": Was als Ansatz in der Gestaltung von Beziehungen als Gegenpol zur Entwertung bekannt ist, ist für sie auch in Organisationen und im Wirtschaftsleben zentral. Es gehe dabei auch um zwischenmenschliche Felder, um eine Grundhaltung für Entwicklungsprozesse.

Dies vor dem Hintergrund von Strukturbrüchen und radikalem Wandel des wirtschaftlichen Umfelds. Als börsennotiertes Unternehmen sei die Investkredit besonders den Spielregeln der Finanzmärkte von Wachstum und Beschleunigung unterworfen. "Dem müssen wir gegenüberstellen, dass Entwicklungen auch eine Langfristigkeit im Denken erfordern. Erst dann kann eine wertschätzende Haltung überhaupt zum Tragen kommen," Ziel sei, "Wahrzunehmen, was ist, und das Finden gemeinsamer attraktiver Zukunftsbilder für Wirtschaftsorganisationen".

Rieger zitiert Claus Otto Scharmer (Organisational Learning am MIT in Boston), wonach Innovationen auf einem erweiterten Wahrnehmungsfeld des Status quo aufbauen. Rieger: "Entwicklungen von Organisationen geschehen über die bewusste Entwicklung von Menschen." Dies an den Angelpunkten: Erlauben und Bestätigen (im Gegensatz zu einer Entwertung). Wertschätzende Akzeptanz zeige sich aber vor allem auch am Umgang mit Widerständen. Daran, wie an Widerständen gearbeitet werde und wie sie überwunden werden. Für Mitarbeiter bedeute dies: Wer spüre, dass an ihn geglaubt wird, könne bisher gebundene Kräfte für Entwicklungen freigeben - weil die Sicherung nach außen gegeben sei.

Ein wesentlicher Teil der Umsetzung einer solchen kulturellen Basis im Unternehmen ist für Hannah Rieger "das Schaffen von Räumen zur Reflexion abseits des operativen Geschäftes".

Das Anliegen dabei ist unter anderen, dass die Beteiligten "Sicherheit im Umgang mit Unsicherheit" gewinnen, dass andere Qualitäten, andere Gefühle, Haltungen, andere Sichtweisen entstehen.

Dabei nennt sie als Analogie auch Robert Redford legendären Film "The Legend of Bagger Vance", wo dem ambitionierten Golfer erst im Augenblick des Loslassens und des Vertrauens in den eigenen Rhythmus der außergewöhnliche Schlag gelingt.

"Das Neue entsteht aus meiner Sicht immer in den Räumen, die Wertschätzung ermöglichen."
(Der Standard, Printausgabe 12./13.03.2005)

Von Karin Bauer
  • Hannah Rieger: "Räume abseits des operativen Geschehens schaffen, um Neues entstehen zu lassen."
    foto: standard/matthias cremer

    Hannah Rieger: "Räume abseits des operativen Geschehens schaffen, um Neues entstehen zu lassen."

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